Nanushka. Man denkt unweigerlich an Ungarn, an Tradition. Vielleicht an eine dicke Frau. Nanushka ist aber auch ein Contemporary-Label, das 2005 gegründet wurde. Trend pur, cool, edgy. Designerin Sandra Sandor hat ihren Abschluss am London College of Fashion gemacht und kreiert für die „urbane Nomadin“, lässige, doch anspruchsvolle Outfits. Der erste Laden des Unternehmens sollte genau diese urbane Nomadin ansprechen, ihr einen warmen Zufluchtsort bieten. Dafür beauftragte das Unternehmen sechs Architektur-Studenten. Zeit: drei Wochen. Budget: 2000 Euro. Wenig Zeit, sehr wenig Geld.

Die Studenten entwickelten eine Vorrichtung an Decke und Wänden, an der sie aus 250 m² weißem Canvas einen Baldachin drapierten, so dass das längliche Ladenlokal (80 m²) nun einem Beduinenzelt, genauer einem Kokon gleicht. Organisch geformte Ballon-Lampen und weiche Leinen-Hocker verstärken den Effekt. Der Boden ist aus Brennholz-Klötzen gefertigt, die in drei Zentimeter dicke Scheiben geschnitten wurden. Kleine Baumstämme, fest zusammengebunden, dienen der Accessoires-Präsentation. Im Kontrast zu dem weichen, zarten, fließenden Grundbild stehen die starren, sperrigen und verrosteten Stahl-Warenträger.

Was zunächst lediglich als Experiment, als Pop up-Store geplant war, daher auch der ursprüngliche Name „Nanushka Beta Store“, gefiel Kunden und Machern derart, dass der Laden in Budapest nun als Flagship Store fungiert. Temporär war letztendlich nur noch das „Beta“ im Namen.