Ein Eye-Catcher – ein Begriff, der oft und gerne verwendet wird, aber selten so gut passt wie zu diesem Laden. Läuft man über den Place de la Madeleine in Paris, gleich hinter der schicken Rue du Faubourg Saint-Honoré, dann fällt einem zwangsläufig der grüne Laden mit dem geschwungenen Schaufenster ins Auge. Passanten werden magisch angezogen von dem Store, ohne zunächst zu wissen, worum es sich eigentlich handelt. Nicht nur Neugierige kommen automatisch näher. Und selbst wenige Meter vor dem Store ist noch nicht erkennbar, was denn dort eigentlich verkauft wird. Im Schaufenster riesige Skulpturen. Löwen, Affen, Nilpferde. Dahinter eine atemberaubende Architektur. Fast eine magnetische Anziehungskraft scheint von dem Laden auszugehen, betrachtet man die Menschenströme auf dem Platz. Erst beim Betreten des Stores wird klar: Hier geht es um Schokolade.

Doch in dem Geschäft werden nicht einfach nur Pralinen verkauft. Hier ist einer von Frankreichs besten Chocolatiers am Werk: Patrick Roger. Er begreift Schokolade als Material, als Werkstoff für seine Kunstwerke. Und weil solche Kunstwerke ein passendes Ambiente brauchen, sind auch alle Patrick Roger-Stores spektakulär gestaltet. Allen voran der am Place da la Madeleine.

Metall-Rohre, die Orgelpfeifen ähneln, bilden den geschwungenen Innenraum. Sie sind angelehnt an das Innenleben der riesigen Skulpturen, die aus ebensolchen Rohren, allerdings aus Schokolade, bestehen. Die kleinen Schoko-Kunstwerke werden auf einem schlichten Tresen zum Kauf angeboten. Die einzige verwendete Farbe ist Grün. Der Laden ist ein Paradebeispiel dafür, was Store Design und Visual Merchandising leisten können. Läuft man über den Platz, kommt man kaum an dem Patrick Roger-Store vorbei. Und ist man erst einmal in dem beeindruckenden Ladeninneren, kommen einem die 12 Euro für eine Mini-Pralinen-Skulptur plötzlich gar nicht mehr so viel vor.