Ein Kapuzenpulli, auf dessen Brust ein kleines Obst-Arrangement prangt? Fruit of the Loom, richtig! Doch diese Pullis verortet man eher im letzten Jahrhundert. Die 80er und 90er lassen grüßen. Und heute? Der Glanz war ab, der Coolnessfaktor im Sinkflug. Doch Anfang dieses Jahres meldete sich das Label plötzlich zurück. Mit einer neuen Premium-Linie und dem coolen Namen „Seek no further“. Und damit jeder gleich versteht, dass das neue Label nichts mit den verstaubten Kapuzenpullis mehr gemein hat, wurde gleich noch ein Pop up-Store in Berlin eröffnet. Beste Lage, Torstraße 66.

In der Gegend haben auch schon andere Formate wie  & Other Stories oder Aesop ihre ersten Läden in Deutschland aufgemacht. Retail-Versuchslabor Berlin Mitte sozusagen. Doch wer hier ein Geschäft plant, muss sich auch in Sachen Store Design etwas einfallen lassen.

Die Macher von Seek no further setzen ganz auf Understatment. Wie auch die Kleidung kommt das Store Design ohne viel Schnickschnack aus. Ein Aspekt liegt auf cleanen, aber besonderen Materialien. Als Warenträger dienen einfache Betonklötze, die teilweise mit blauem oder rosafarbenem Stoff beflockt sind. Die Kleidung hängt an simplen metallenen Kleiderstangen mit Betonfüßen. Auch der Fußboden, die Wände und die Decken zeigen sich in kühlem Beton-Grau. Einen gelben Farbklecks bildet eine Ecklampe aus gegossenen Glaswachs. 

Geplant und umgesetzt haben den Store die Architekten von Universal Design Studios, die auch schon das ACE Hotel in London designt haben. Ein bisschen Obst steckt allerdings auch in Seek no further. Das erkennt man spätestens, wenn man den ansonsten leeren Vorraum des Ladens betritt. Hier machen vier stilisierte, mannshohe Fruchtstücke der Künstlerin Sarah Illenberger deutlich, was der Ursprung von Seek no further ist. Obst reloaded.