Tom Dixon-Lampen über Tomaten und Paprika? Eine edle Deckenverkleidung aus hölzernen Lamellen über der SB-Bäckerei? Wer zum ersten Mal den neuen Spar im Einkaufszentrum MOM Park in Budapest betritt, der merkt auf Anhieb, dass es sich hier nicht um einen x-beliebigen Lebensmittelladen handelt. Für den Supermarkt, der im Herbst letzten Jahres eröffnete, wurde ein Designwettbewerb ausgerufen. Die Idee: Ein Lebensmittel-Geschäft mit einem einzigartigen Interieur. Die Architekten des ungarischen Architekturbüros LAB5 konnten den Wettbewerb mit ihren Entwürfen für sich entscheiden. Und 90% der Anfangs-Ideen wurden auch tatsächlich umgesetzt.

Der Supermarkt ist ein gelungenes Beispiel, wie Kundenfreundlichkeit und außergewöhnliches Store Design in Einklang gebracht werden können. Der Laden wurde so angelegt, dass die Kunden zwischen verschiedenen Laufwegen wählen können. Für den schnellen Tageseinkauf reicht die Kurzroute, auf der alle Lebensmittel des täglichen Bedarfs schnell zu erreichen sind. Gemütliche Wochenendeinkäufe können über die Bummelroute erledigt werden.

Diese führt dann vorbei an Warenträgern, die an Marktstände erinnern. Sie haben nur noch wenig mit kühlen Supermarktregalen gemein und sollen Kunden beim Einkauf inspirieren. Insbesondere in der SB-Bäckerei und der Weinabteilung haben die Architekten ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Sie bestehen aus dreidimensional angeordneten Holzlamellen. Das Grundmaterial bildet Kiefernholz, denn „De Spar“, wie das Ursprungsunternehmen in den Niederlanden heißt, bedeutet „die Kiefer“. Dadurch soll die Qualität der Produkte herausgestellt werden. Die Backwarenabteilung sieht aus wie der kleine Bäcker im die Ecke. Die Weinabteilung ist einem Gewölbekeller nachgebildet.

Die Gestaltung des Supermarktes zeigt, wohin die Reise beim Konsum der Zukunft geht. Letztlich wird es noch zwei Arten des Einkaufens geben: Die schnellen Bedarfskäufer und die Wochenend-Bummler. Und das gilt ebensogut für den Modehandel. Mit dem einzigen Unterschied, dass die schnellen Bedarfskäufer ihre Kleidung heute vor allem online kaufen. Bleiben noch die Wochenend-Bummler. Und die wollen mit spannenden Store Design und einem attraktiven Sortiment unterhalten werden. Im Supermarkt wie im Modegeschäft.