Wenn man sich auf die Suche nach inspirierendem Ladendesign begibt, geht der Blick oft Richtung Fernost. Dabei gibt es auch in unmittelbarer Nachbarschaft spannende Konzepte zu entdecken. Genauer gesagt in Polens Hauptstadt Warschau. Dort eröffnete am vergangenen Wochenende das Designkollektiv Thisispaper seinen ersten Laden. Gleich neben dem hauseigenen Studio. Dieses haben die Interior Designerin Zuzanna Gasior und der Graphic Designer Aleksandr Zacharow 2011 gegründet. Seitdem publizieren sie ein weltweit verkauftes Design-Magazin, haben einen ziemlich coolen Blog und eine eigene Taschenkollektion.

Der Laden, nur rund 30m² groß, war zu Ostblock-Zeiten mal eine Zahnklinik. Und so war das Thema des Interiors klar: Weiß, sollte es sein. Allerdings aufgebrochen durch Elemente aus warmem Birkenholz. Die bodentiefen Sprossenfenster lassen viel Licht herein. Nur einige weiße Leuchten mit Messingdetails und einige Spots setzen weitere Licht-Akzente. Der Fußboden ist noch das graue Original von damals, überzogen mit einer neuen, glänzenden Kunstharz-Schicht.

Zentrales Element des Ladens ist ein Regal, das sich über die komplette Rückwand zieht, handgefertigt in Zusammenarbeit mit Tylko, einem polnischen Möbeldesigner. Hier findet jedes Produkt seinen eigenen, passenden Präsentationsplatz. Verkauft werden neben den Taschen auch Bücher und japanische Tees, die man auf der breiten Birkenholzfensterbank gleich trinken kann. Wer Lust hat, kann sich eine zur Laune passende Vinyl auf die von Dieter Rams für Braun designte Kult-Stereoanlage auflegen.

Die einfache und cleane Ästhetik, die Magazin und Blog prägen, sind auch maßgeblich für das Ladendesign. Einzig weiteres Deko-Element sind einige Grünpflanzen. Das Geschäft ist ein schönes Beispiel dafür, wie man mit wenig viel erreichen kann. Reduced to the Max. Oder wie der Designer Dieter Rams sagte: „Weniger ist besser.“