Es gibt sie nur für kurze Zeit, meist an hippen Orten. Sie eröffnen oft mit einer großen Party und jeder weiß, in zwei Monaten ist der Pop-up-Store wieder verschwunden. Bedarf schaffen durch Verknappung. Interesse wecken durch Vergänglichkeit. Doch viele Pop-ups sind plötzlich wieder da – als bleibende Läden. Das Pop-up als Versuchslabor macht Schule. Was gut ist, darf bleiben. So war das auch bei Un Autre Voodoo – ein Pop-up-Store, der im letzten Winter in Berlin eröffnete.

Seit Ende März gibt es nun einen bleibenden Un Autre Voodoo in der Tellstraße 7 in Neukölln. Das Konzept: Verkauft werden handgemachte Produkte von Berliner Designern. Alles muss nachhaltig hergestellt sein und wird nur für eine bestimmte Zeit im Store angeboten. Ein bisschen Pop-up-Feeling bleibt, zumindest was das Sortiment betrifft. Im Mittelpunkt steht das Thema „Slow Shopping”, so der Anspruch der Macher Oryanne & Raphael. Jeder Kunde soll Zeit mitbringen, um mehr über die Labels zu erfahren, die dort verkauft werden. Hinter jedem Produkt steht eine schöne Geschichte, die das Verkaufspersonal oder Oryanne selbst gerne erzählt.

Um die ganz unterschiedlichen Teile – von Bekleidung über Accessoires, Papeterie, Porzellan oder auch Spielsachen – angemessen zu präsentieren, haben sich die Macher ein simples aber sehr anpassungsfähiges Warenträgersystem einfallen lassen. Es besteht aus kleinen Podesten, die ein Fichtenholzdach tragen. Die Podeste haben unterschiedliche Höhen und sind so entweder Kleiderstange, Warentisch oder eine Kombi aus beidem. Jedes Teil, egal ob Kleidung, Schmuck oder Wohnaccesoire, wird so perfekt präsentiert. Und trotz der ständig wechselnden Labels ergibt sich so ein klares Ladenbild.