Das Geschäft mit der Zeit, der Verknappung, der Exklusivität. Es funktioniert nach wie vor. Pop-up-Stores wie jüngst Uniqlo in Berlin üben immer wieder Faszination auf Kunden aus. Kleine Fläche, Konzentration auf das Produkt. Lange Schlangen, volle Tüten. Einkaufserlebnis. Mundpropaganda. Facebook und Instagram-Content. So geht Marketing.

Sie erfüllen verschiede Zwecke: Während der japanische Filialist mit seiner zehnwöchigen Roadshow durch verschiedene Kieze Berlins die Zeit bis zur Eröffnung seines Flagship-Stores im April sinnvoll überbrückt und potenzielle Kunden aufmerksam und neugierig macht, werden andernorts Leerstände vermieden, indem Flächen kurzfristig an junge, kleine Brands oder auch Café-Betreiber vermietet werden. Der neue Concept Store Weltraum wiederum zielt auf die Belebung eines ganzen Wohn- und Einkaufquartiers ab.

Außerhalb von Zürich, in Wallisellen, hat das Richti-Areal bis Ende Mai nun einen neuen Magneten. Weltraum vereint Mode, Kosmetik, Bücher, Kunst, Möbel – und sogar Motorräder. Etablierte Marken neben kleinen, fein ausgewählten Manufakturen: Fahrräder von Pashley, Teppiche vom Jungunternehmen Schönstaub aus Zürich, Golfschläger der Schweizer Edelmanufaktur Zai, rahmengenähte Schuhe von Benci Brothers sowie Jacken von Schott NYC – ein gewollt heterogenes Umfeld.

„Wir wollen Produkte, die Kultstatus besitzen oder das Zeug dazu haben“, sagt Mauro Dimitri, Mitinhaber des Concept Stores. Insgesamt werden 30 Labels geführt, die sich auf rund 330m² und zwei Etagen verteilen. Alles luftig leicht wie in einem Loft inszeniert. Weiß gestrichene Europaletten bieten die flexible Bühne für die Produkte. Flexibilität ist obligatorisch: Ende Mai zieht der Store samt Einrichtung weiter. Zunächst innerhalb der Schweiz und dann ins Ausland. Wohin, wird noch nicht preisgegeben. Das ist auch Marketing.