Entdeckergeist wird belohnt. Das zumindest gilt für Spürnasen in Barcelonas Retail-Landschaft. Denn in der Hauptstadt Kataloniens sind viele außergewöhnliche Konzepte hinter unscheinbaren Eingängen versteckt. Dazu gehört zum Beispiel Vinçon, wo sich hinter einer kleinen Schaufensterfront eine riesige Shoppingwelt eröffnet, oder auch der Möbelladen Jaime Beriestain. Seit kurzem gibt es einen weiteren Laden mit Aha-Effekt: Das Wer-haus.

In dem 410m² großen Store beschränken sich die Architekten des Architekturbüros LaBoqueria auf wenige Materialien wie helles Massivholz, Stahl, Beton und weiße Fliesen. So entsteht ein harmonisches, luftiges Farbbild. Als Beleuchtung dienen schwarze Industrielampen, Leben kommt über zahlreiche große Grünpflanzen auf die Fläche. Offene Lüftungsrohre und unverputzte Wände verstärken den Industrie-Charakter zusätzlich. Dieser war den Machern besonders wichtig. Denn in den Räumen war vorher ein Parkhaus untergebracht und dessen Flair lieferte die Inspiration für das Design.

Das Konzept ist, so wie es sich für zeitgemäße Geschäfte gehört, mehr als nur ein Modeladen, gleichzeitig auch Galerie, Café, Restaurant und Book Store. Place to be und Place to stay sozusagen. Es liegt in der Nähe von Barcelonas Nobelmeile Passeig de Gràcia in bester Nachbarschaft. Hinter einem schmalen Eingang versteckt sich eine Welt, die sich erst Raum für Raum erschließt. Es erwartet den Besucher zunächst ein kleines Café, das in ein luftiges Restaurant übergeht. Erst am Ende des Schlauchs liegt die eigentliche Verkaufsfläche mit ausgesuchten Büchern und Bekleidung. Durchhaltevermögen und das richtige Näschen sind gefragt. Denn von der Straße aus lässt sich kaum erahnen, welch spannendes Konzept es hier zu entdecken gibt.