Nicht nur die Berliner Messen und Schauen sind in diesem Sommer wieder eine Reise wert. Rund um Bread&Butter, Premium, Mercedes-Benz Fashion Week und die vielen anderen Veranstaltungen gibt es in der Hauptstadt zahlreiche neue Läden zu entdecken. Nirgendwo in Deutschland gibt es derzeit so viele Neueröffnung wie am Kudamm zwischen Tauentzien und Adenauerplatz. Hinzu kommen die vielen, kleinen individuellen Läden, z. B. in Mitte, am Prenzlauerberg oder in der Schlüterstraße. Die interessantesten im Überblick:



Berlin-Charlottenburg, Schlüterstraße 37
Berlin-Charlottenburg, Schlüterstraße 37
AMORPH BLACK. Ihren jüngsten, hochwertigsten Laden haben die Berliner Händler Iris Jorde und ihr Mann Christian Brennenstuhl in der Schlüterstraße eröffnet. Nicht mal fünf Minuten entfernt von ihrem Hauptgeschäft am Savignyplatz, dem Herrenladen in der Kantstraße und dem ebenfalls noch recht frischen kleinen Amorph Blue in den S-Bahn-Bögen dazwischen. Ambiente und Sortiment von Amorph Black sind deutlich hochwertiger. „Hier wird es richtig hochkarätig, hier gehen wir preislich deutlich höher mit dem Augenmerk auf Progressivität. Aber nie für die couturige, sondern immer für die lässige Frau“, sagt Jorde und nennt Labels wie Acne, Iro, t-by Alexander Wang, Goldsign, Humanoid, Lala Berlin und Avalon. Auch das Schuhangebot will Jorde deutlich ausbauen, auf ihre blaue, beleuchtete Wand mit den Edel-Sneakers von Serafini, Pumps von By Marlene Birger, Stiefeln von Frye und Riemensandalen von Sam Edelman ist sie besonders stolz.



Berlin-Mitte, Memhardstraße 1
Berlin-Mitte, Memhardstraße 1
JET. Angefangen hat Darius Wientzek in seinem Laden Aus Berlin mit Honig von Brandenburger Bienen, gestrickten Mützen von Pankower Omas, Wodka Gorbatschow aus Reinickendorf, CDs der Punkband Rammstein aus dem Prenzlauer Berg, dem Satiremagazin Eulenspiegel aus Friedrichshain und jeder Menge bedruckter Shirts aus Mitte. Und als dann immer mehr Anfragen von Designern kamen, eröffnete er Anfang dieses Jahres eine Ecke weiter, ebenfalls direkt gegenüber vom Alexanderplatz auf dem Weg zum hippen Stadtteil Mitte seinen neuen Store Jet. Einen weiteren Laden für Berliner Mode. Aber mit einem klaren Fokus auf lässiger Sportswear. Schlicht und clean wie der Plattenbau, in dem der Laden ist. Von A.D.Deertz und Betty Bund bis Reality Studio und Stil vor Talent.



Brunnenstraße 181, 10119 Berlin
Brunnenstraße 181, 10119 Berlin
OCELOT. Okay, die neue, gefeierte Chanel-Biografie von Justine Picardie ist natürlich zu haben – auf Papier, klassisch gebunden. Aber ansonsten ist Ocelot alles andere als eine normale Buchhandlung. Betreiber Frithjof Klepp will in seinem gerade eröffneten, 260m² Store das klassische Leseerlebnis mit der digitalen Welt verknüpfen. Im Sortiment: mehr als 5000 herkömmliche Printprodukte und digitale Publikationen aller Genres. eBooks und eReader sind ein wichtiger Teil des Gesamtkonzeptes. Natürlich gibt es WLAN, einen Online-Shop und einen Social Media-Blog. „In den nächsten sechs Wochen werden wir diverse Reader und Tablets vor Ort haben“, kündigt Klepp an. Er plant unter anderem eine App für den Offline-Kauf von eBooks vor Ort und Reader mit eigenem Ocelot-Shop. Und das alles ist selbst für Berlin in dieser Form neu.



Berlin-Mitte, Weinbergsweg 23
Berlin-Mitte, Weinbergsweg 23
ADRETT. Sie sind einer der ersten Fashion-Anbieter auf der Gastromeile am Weinbergsweg zwischen Mitte und Prenzlauer Berg. Zwischen Biomarkt und dem Naschladen Süße Sünde haben sich Ina Franke und Torsten Berend ihren Traum vom eigenen Laden erfüllt. Mit zehn handverlesenen Labels. Ausschließlich Made in Germany, acht aus Berlin, zwei aus München. Dabei ist die schlichte Avantgarde von Esther Perbandt, die unkomplizierten, alltagstauglichen und zugleich sehr eleganten Entwürfen des vor allem in Japan beliebten Berliner Labels Franzius, die vegane Unisex-Mode von Umasan, die lässige Herrenkollektionen von Hanibal aus München, von Raphael Hauber und Patrick Mohr. Shopper und Clutches aus Ponyfell von Bleschke, Leinensneakers in Mint, Himbeere und Himmelblau von Peter Schmid, Sonnenbrillen von Funk Optik, Betonschmuck von Bergner&Schmidt, Silberteile von Susanne Sous und Armreifen aus Zeissglas und Meissner Porzellan von Christian Metzner.



Berlin-Mitte, Alte Schönhauser Straße 33/34
Berlin-Mitte, Alte Schönhauser Straße 33/34
WHO’S THAT GIRL. Seit Mai gibt es die Kleider, Röcke und T-Shirts in leuchtenden Farben, mit verspielten Prints und einem Hauch Retro auch in Deutschland. In Berlin-Mitte haben die Belgier ihren ersten eigenen Laden eröffnet für die Labels Who's that girl und die etwas erwachsenere, im Sommer 2010 gegründete Kollektion Who to go. Neben den Konzept-Läden in Gent und Amsterdam ist es das dritte eigene Geschäft. Auf rund 70m² Verkaufsfläche startet das im Jahr 2002 gegründete Label mit Sitz in Antwerpen seine Store-Expansion. Bislang werden beiden Kollektionen in mehr als 350 Läden in neun Ländern verkauft. Zu den deutschen Kunden gehören Berliner Läden wie Who killed Bambi, Soma, Jimmys, Prachtmädchen und Holy Princess.



Berlin-Charlottenburg, Kurfürstendamm 19-24
Berlin-Charlottenburg, Kurfürstendamm 19-24
URBAN OUTFITTERS. Still und leise, ohne große Vorankündigung hat der amerikanische Modefilialist Urban Outfitters am Berliner Kurfürstendamm seinen vierten deutschen Store eröffnet. Trotzdem stürmten die Massen die neue Filiale. Mit drei Etagen und einer Verkaufsfläche von insgesamt 1500 m² ist er fast dreimal so groß wie der Laden in der Weinmeisterstraße. Im Erdgeschoss werden die exklusiv für Urban Outfitters Europe kreierten Eigenmarken angeboten: Venice Beach mit Inspirationen aus der L.A.-Skaterszene in den 70ern. Paris Texas mit Rock- und Vintage-Einflüssen für Damen. Shore Leave mit klassischen Chinos, Zopfmuster-Strick und ausgewaschenen T-Shirts. Und die farbenfrohere Linie Worland mit Leoprints, Camouflage-Optiken und geblumten Shorts für Herren. Ergänzt werden die Kollektionen mit Schuhen und Accessoires von Labels wie Cheap Monday, Dr. Denim, Nudie, Edwin, Farah Vintage, Fred Perry, Suit, Penfield, Warriors of Radness, Dickies, Won Hundred, APC Madras und Libertine-Libertine. In der ersten Etage befindet sich die Damen-Design-Boutique mit einer Auswahl an skandinavischen und französischen Marken. Bei der Einrichtung wurden dänische Möbel mit Vintage-Teilen aus Berlin gemischt, die Wände sind aus nacktem Beton, im typischen Berlin-Style.



Berlin-Mitte, Alte Schönhauser Straße 39
Berlin-Mitte, Alte Schönhauser Straße 39
BARBOUR HERITAGE. Nach London, New York und Washington jetzt Berlin: Mitte Mai eröffneten die Briten in der Alten Schönhauser Allee ihren ersten Heritage-Store in Deutschland. Weltweit ist es der vierte. Die neu interpretierten Archivstücke aus der mehr als 100-jährigen Geschichte des Wachsjacken-Spezialisten werden im Fabrik-Ambiente auf alten Werkbänken präsentiert.



Kreuzberg, Böckhstr. 46
Kreuzberg, Böckhstr. 46
PFEIL&PIEFKE. Am Anfang des Berlin-Booms waren sie im Designteam des gehypten, preisgekrönten und inzwischen eingestellten Labels Pulver. Jetzt sind Franziska Piefke und Therese Pfeil mit ihrem eigenen Label und einem Store in Kreuzberg wieder da. Pfeil&Piefke vereint ausgesuchte Second Hand-Mode für Männer, Frauen und Kinder mit ausgewählten neuen Labels. Ergänzend zu den eigenen Kinderpullovern, Wollfleecejacken und Troyern gibt es Labels wie Armor Lux, Indnat, Leuchtfeuer und Kitzbichler. Das Interior des 50 m² großen Ladens erinnert mit seinen dunklen, warmen Farben und Materialien an einen klassischen Herrenausstatter. Zusammen mit dem Parkettboden bilden die von Tischlern gefertigten Regale eine riesige Holzschatulle, die in den Verkaufsraum eingepasst wurde. Im Modeatelier nebenan können Lieblingsteile nach Muster nachgenäht und untragbare Teile in neue, individuelle Stücke umgewandelt werden.