Winter adé? Nein, leider noch nicht wirklich. Aber in den Fenstern des Modehandels müssen die Winterkollektionen demnächst weichen und Platz für die neue Saison machen. Die letzten Weihnachtsbäume sind längst abgeschmückt und wieder sicher im Deko-Lager verstaut, Rot ist momentan noch die dominante Farbe in den Schaufenstern. Danach müssen neue, ansprechende Dekorations-Ideen her, um die Kunden – auch wenn sie vielleicht noch nicht gezielt nach Frühjahrsmode suchen – zum Kauf zu verführen.

Für typische Frühlingsboten ist es allerdings noch zu früh. Statt Amaryllis mag jetzt noch keiner Tulpen und Osterglocken sehen. Welche Ideen gibt es, um die Zeit zwischen den Saisons effektvoll zu inszenieren? Fünf inspirierende Beispiele aus dem vergangenen Jahr, die auch zu diesem Saisonzeitpunkt schon gut funktionieren. Geometrie, entweder auf die ganz schlichte Art in Schwarz/Weiß oder eher skandinavisch umgesetzt in zarten Pastelltönen, ist eine sichere Bank. Oder man hält es wie Loeb in Bern, die einen regelerechten Winter-Kehraus im Schaufenter veranstaltet haben.



FENDI, NEW YORK.
Ganz schlicht. Mit einer farblich eindeutigen, leicht verständlichen Zuordnung: Rosé bis Rot für die Damenmode, Blau für die Männer. Lamellenartig angeordnete Paneele in Kombination mit perfekt gesetztem Licht erzeugen interessante Effekte. Ganz frisch ohne Blumen.

KAISER, FREIBURG. Die Liebe zur Geometrie, inspririert durch skandinavisches Design. Aufgemalte Umrisse von Quadern tanzen bei Kaiser in Freiburg über die Rückwände. Dreidimensionale, offene Würfel werden zur Präsentation von Accessoires genutzt und sind Eyecatcher. Leuchtröhren unterstreichen die Form, organische Leuchten setzen Kontraste. Sehr reduziert, auch in der Farbgebung. Das passt zum Frühjahr genauso gut wie zum Herbst, als diese Fenster bei dem Freiburger Modehaus zu sehen waren.



BARNEYS, TOKIO. Rückwände in Schwarz/Weiß. Das passt fast immer. Zu Herren- wie zu Damenmode. Zum Winter wie zum Sommer. Besonders effektvoll geht Barneys in Tokio mit den beiden Nichtfarben um. Die Tapete an den Rückwänden mit 3-D-Effekt zieht förmlich in den Laden. Ganz simpel. Genauso wie das andere Fenster, in dem weiße Plastik-Besteckkästen zu einer Art Relief aneinander gesetzt wurden.

SCHNITZLER, MÜNSTER. Ein bisschen à la Mondrian, ein bisschen wie die Kreationen des dänischen Labels Ferm Living – Schnitzler in Münster setzt in seinen Schaufenstern auf die Wirkung streng geometrischer Formen und Anordnungen. Rauten, Rechtecke, Quadrate und ganz viele Linien zieren die Rückwände. Frühlingshaft, in verwaschenen Pastellen ist die Farbgebung.

LOEB, BERN. Mit einem Augenzwinkern hat Loeb in Bern sich im vergangenen Februar vom auch in der Schweiz schneearmen Winter 2013/14 verabschiedet. Ganz viele Schneeschieber, ein paar Häufchen Kunstschnee und im Hintergrund ein Fotomotiv, das aus dem Schnee hervorblitzende Grashalme zeigt, bilden das Setting für diese originelle Idee zum Winter-Kehraus.