Schwarz. Weiß. Blau. Rot. Der klare Schwerpunkt auf eine Farbe bei der Gestaltung eines Ladens ist eine Möglichkeit, wie man mit Retail Design eine Story erzählen kann. Ein Beispiel: der Bazar Noir, ein Concept Store für Wohnaccessoires in Berlin. Alles ist Schwarz, vom Boden bis zur Decke. Hier wird die Marke über die Farbe des Stores erst definiert. Schwarzsehen bekommt eine ganz neue Bedeutung. Genauso der umgebaute LN-CC in London. Hier ist Weiß die Farbe der Wahl und wird großflächig eingesetzt. Der Effekt: Es beschleicht einen bei Betreten des Ladens sogleich das dumpfe Gefühl, unbedingt etwas kaufen zu müssen, eben weil das ein ganz besonderer Store ist. Vor schwarzem bzw. weißem Hintergrund wirkt alles individuell und wertig. Begehrlichkeit wird geweckt.

Ähnliche Farbkonzepte finden sich auch in anderen Läden: Puma Stores sind immer in Rot gehalten, Karl Lagerfeld-Läden immer Schwarz/Weiß, ebenso wie die Bodenfliesen in allen Prada-Läden weltweit. Das unterstreicht die Corporate Identity und schafft Wiedererkennungswert. Möglich ist aber auch, die Marke über Farbigkeit des Ladens mit bestimmten Attributen aufzuladen. Miu Miu hat in Tokio einen Store eröffnet, der komplett in den Retro-Farben Orange/Lindgrün gehalten ist. Die Farben stehen im Kontrast zur futuristischen Fassade und den hochpolierten Kupferflächen. So wird klar: Die Marke Miu Miu steht für die Verbindung von Tradition und Moderne.

Ein markantes Blau gibt dem Super Store in Köln seinen Charakter. Zwar sind hier nur einige Wände in der Farbe gestrichen. Doch diese reichen aus, um dem Laden einen ganz individuellen Schliff zu verleihen. Gold als Gegenspieler gibt dem Laden einen eleganten Schliff. Genau wie im neuen Wunderkind Store in Hamburg, in dem ebenfalls Gold als Sparring-Partner für eine schwarze Wand ausgesucht wurde.