Bilder schaffen, Geschichten erzählen, um letztlich Aufmerksamkeit zu erzeugen – das ist die Aufgabe aller Schaufenster-Dekorationen. Je plastischer die Gestaltung, desto besser gelingt dies. Je mehr die Tiefe des Raumes genutzt wird, desto besser der Effekt. Oft ist der Raum hierfür jedoch begrenzt, etwa durch bauliche Gegebenheiten. Dann ist Kreativität gefragt. Ganz offensichtlich haben sich die Visual Merchandiser in dieser Frühjahrssaison dieser Herausforderung gestellt und wunderbar plastische Räume geschaffen, die den Blick der Passanten in die gewünschte Richtung lenken.

Allen voran Prada. Die von dem Südtiroler Möbeldesigner Martino Gamper gestalteten Schaufenster zeigen anschaulich, wie durch auf einen Fluchtpunkt zulaufende Holzmaserungen räumliche Tiefe entsteht. Das Fenster öffnet sich förmlich für den Betracher, so dass man fast hineinlaufen möchte. Ganz schlicht und reduziert, aber handwerklich anspruchsvoll, hat die Installation ihre Wirkung nicht verfehlt und weltweit Aufsehen erregt. Einfach Fluchtpunkte schaffen lassen sich aber auch durch enstprechend installiertes Licht (siehe Dior) oder mit Hilfe von Drucken an den Rückwänden, so wie z.B. bei Baltz in Bochum.

Ein probates Mittel, um Schaufenster tiefer erscheinen zu lassen als sie sind, ist das Hintereinanderschichten von Dekorationselementen. So erzeugen mehrere hintereinander gehängte Vorhangelemente gleich eine ganz andere Wirkung als ein einziges. Auch Gucklöcher auf Scheiben oder Trennwänden wecken beim Betrachter nicht nur Neugier, sondern sorgen für das gewünschte Mehr an Tiefe.