Zurück in die Zukunft. Die neuen Trends in der Schaufenster-Gestaltung werden nicht nur durch die Mode gesetzt. Auch der Einfluss von Interior Design ist unübersehbar. Genauso spielen Kunst und gesellschaftliche Entwicklungen in all ihren Facetten als Ideen- und Impulsgeber eine wichtige Rolle für die Visual Merchandiser. Die Innovations-Zyklen sind länger als in der Mode. Nicht nur deshalb lohnt auch der Blick zurück, um zu prognostizieren, was kommt.

Windowswear, ein auf die Analyse internationaler Schaufenster spezialisiertes Unternehmen aus New York, hat über 27.000 im vergangenen Jahr fotografierte Schaufenster unter die Lupe genommen. Anlässlich der jüngsten Retail Design Collective-Veranstaltung des American Retail Environments (A.R.E.) in New York wurden die Ergebnisse präsentiert. Das sind die Top-Themen:

Großformatige Foto-Displays. Plakate und große Lifestyle-Fotos gehörten 2014 zu den am stärksten genutzten Designelementen. Sie wurden in diesem Jahr in knapp 2.000 Schaufenstern (10%) gesichtet.

Blumen und Pflanzen. Auf Platz zwei folgen bunte Blumen (5%) und Blüten. Echt, aus Papier oder nur aufgemalt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auf Platz 3 folgen Grün-Planzen mit 3%. Efeu-Wände, 50er Jahre Topf-Pflanzen oder ein ganzer Dschungel. Entscheidend ist, dass die Pflanze zur Story passt.

Interaktion. Für die Zukunft erwartet Windowswear eine deutliche Zunahme an interaktiven und digitalen Elementen in den Schaufenstern, wie sie beispielsweise in den Weihnachtsfenstern von Bloomingdale’s zu sehen waren. Dort konnten Kunden an digitalen Spielen teilnehmen und sogar eigene Fotos in großformatige Handys eines überdimensionalen Teddybären hochladen. 2014 hat Windowswear derartige Technologien nur in sieben aller fotografierten Fenster gesehen, aber parallel zur kontinuierlichen Ausreifung der Technologien dürfte auch ihr Einsatz zukünftig weiter steigen. In Deutschland hat im vergangenen Frühjahr der Osnabrücker Platzhirsch L+T mit interaktiven Elementen im Fenster experimentiert.

Authentizität. Im Gegensatz zu futuristischen Digital-Spielen werden all jene Retailer und Marken, die über eine überzeugende Geschichte verfügen, diese auch in ihren Fenstern präsentieren. Authentizität ist hier das Stichwort. Ein Beispiel ist eine Kampagne von Louis Vuitton, bei der riesige, gestapelte Schrankkoffer auf eine Safari des 20. Jahrhunderts verwiesen.

Dynamik. Ein weiterer Trend sind ungewöhliche, teils geradezu skurile Schaufensterfiguren, gerne auch in extremen Tanz-, Yoga- oder anderen ausgefallenen Posen. Ein Beispiel ist die italienische Jeanswear-Marke Diesel, deren Figuren in einem Fenster durch eine transparente Wand zu preschen scheinen.