Aquarellblau. Das ist ein Saison-Thema im Pariser Traditionskaufhaus BHV/Le Marais. Also bebildert direkt am Laden-Eingang ein Tisch diese Sommer-Idee. Mit Pinseln und schönen Schreibblöcken, mit Sneakern und Pullis, die das lichte, verwaschene, provenzalische Blau aufgreifen und mit asiatischen Porzellan-Schüsseln in den typischen Minimaldessins. Eine simple Idee, nicht außergewöhnlich. Dennoch lässt sie die Besucher innehalten und weckt Aufmerksamkeit, im besten Falle Wünsche.

Solche Kleinigkeiten finden sich im Pariser Modehandel allerorten. Da lässt sich wieder staunen. Über Wohnaccessoires und Kleinmöbel vom Trödler, die Modesortimente emotional aufladen. Über Weiträumigkeit, die ein spitzes Modesortiment erst bedeutsam macht. Über Holzhände, die von einem simplen Metallgestell herabhängen und den daran baumelnden Schuh zum Kunstwerk erheben. Bei Printemps, Galerie Lafayette, Le Bon Marché, Tom Greyhound oder Bensimon lassen sich Anregungen in diese Richtung zuhauf finden.

Diese Tour lässt sich aber auch abkürzen: ein Spaziergang durch den Conceptstore Merci – und der Notizblock ist gefüllt. Von simplen Troddeln und Quasten, die einfach an Nägeln hängen und die Wand verschönern, bis zu einer antiken asiatischen Tür. Sie führt nirgendwohin, hat eigentlich keine Funktion. Außer der, uns innehalten zu lassen. Schnell fällt der Blick dann auch auf die hübschen farbigen Kissen im Regal nebendran.