Shinnen Omedeto oder auch Kurisumasu Omedeto! So sagt man in Japan Frohe Weihnachten! In Japan? Nur ungefähr ein Prozent der japanischen Bevölkerung bekennen sich zum Christentum. Einen religiösen Hintergrund hat das Fest im Land der aufgehenden Sonne also nicht, der 24. Dezember ist auch kein Feiertag. Dennoch sind die Japaner wahre Weihnachtsfans. Das zeigt nicht zuletzt der Blick in die Schaufenster der großen und kleinen Läden in den beliebten Tokioter Shopping-Vierteln von Ginza bis Shinjuku. Die Department Stores inszenieren sich in dieser Zeit mit sehr viel Kreativität und großem Aufwand, die den Vergleich mit europäischen Metropolen kaum zu scheuen brauchen. Beliebt sind klassische Dekorationen mit Weihnachtsbaum und Lichterglanz, aber auch Bezüge zu skandinavischen Bräuchen und Märchen sind zu finden.

Kommerziell ist die Zeit Ende des Jahres für die japanischen Händler äußerst wichtig. Geschenke zum Weihnachtsfest gibt es zwar vor allem für die Kinder, aber auch immer mehr junge Paare überraschen sich mit Präsenten. Überhaupt ist das Fest der Liebe in Japan ein großes Dating-Spektakel, das mit einem schicken Essen in einem angesagten Restaurant beginnt. Anders als bei uns ist in Japan am 25. Dezember schon wieder Schluss mit Weihnachtszauber, dann werden in den Geschäften die Dekorationen entfernt und man bereitet sich auf das immer noch bedeutend wichtigere Neujahrsfest vor.

So bringen die japanischen Department Stores Weihnachten ins Schaufenster:

Isetan, Foto: www.mavis.de
Isetan, Foto: www.mavis.de


ISETAN. Japan und Lappland haben mehr miteinander zu tun, als es auf den ersten Blick scheint. So gehen Genforscher davon aus, dass das vorwiegend in Skandinavien lebende Volk der Samen genetisch den Übergang von Europäern zu Ostasiaten bildet. In den sehr detailverliebten Schaufenstern des japanischen Department Stores Isetan spielt das Leben der Samen auf jeden Fall eine zentrale Rolle. Neben Figuren in den typischen Trachten sind auf Fenster und Fassade gemalte Rentierherden zu sehen. Aber auch Eskimos gibt es dort, genauso wie weitere für Nordeuropa typische Tiere. Von Schneeeule über Fuchs bis Wolf und Bär. Motto: Life is a Gift.

Mitsukoshi. Foto: www. mavis.de
Mitsukoshi. Foto: www. mavis.de


MITSUKOSHI. Die Faszination für Nordeuropa bringt auch Mitsukoshi ins Fenster. Kein Wunder, die im 17. Jahrhundert gegründete, älteste japanische Warenhauskette gehört inzwischen zum selben Konzern wie Isetan. Bei Mitsukoshi sind es liebevoll illustrierte nordische Märchen und Geschichten, die im Schaufenster für Weihnachtsstimmung sorgen sollen. Die Passanten treffen dort auf drei in Europa wohl bekannte Autoren: Hans Christian Andersen aus Dänemark, Selma Lagerlöf aus Schweden und Tove Jansson aus Finnland.

Wako. Foto: www.mavis.de
Wako. Foto: www.mavis.de


WAKO. Eine kühle Welt aus Eis und Schnee hat das Warenhaus an der berühmten Tokioter Shoppingmeile Ginza in seine Fenster gezaubert. Kaum Ware, dafür aber umso eindrucksvollere große Kristalleulen sind das wichtigste Element im Fenster. Eisig auch die Farbgebung in kühlem Grün, Blau und Weiß.

Barneys. Foto: www.mavis.de
Barneys. Foto: www.mavis.de


BARNEYS. Eine fröhliche Comic-Welt in Schwarz/Weiß haben die Visual Merchandiser von Barneys in den Schaufenstern geschaffen. Die Zeichnungen des beliebten Illustrators Akiro Sorimachi zeigen traditionelle Szenen einer Weihnachts-Party mit ordentlich Stimmung. Die Umrisse der Figuren sind ausgeschnitten und wurden dreidimensional in der Tiefe des Fensters angeordnet. Ergänzt werden die Pappkameraden um „echte“ Ware, die für Farbtupfer sorgt.

Matsuya. Foto: www.mavis.de
Matsuya. Foto: www.mavis.de


MATSUYA. Weihnachten auf die etwas kitschigere Art gibt es bei Matsuya zu sehen. Gold und Rot sind die vorherrschenden Farben. Von der Schaufensterfigur bis zu den zahlreichen Geschenkpäckchen. Da darf der tradtionell geschmückte Christbaum nicht fehlen und auch Rudolf mit der roten Nase tummelt sich im Fenster.