Filme schlagen modische Wellen. Mal kleine, mal nachhaltige. Breakfast at Tiffany's. Blow up. Marie Antoinette. A Single Man. Das waren große Wellen. Und auch die gestern gestartete Berlinale wird mit Sicherheit den einen oder anderen Film hervorbringen, der die Mode beinflussen wird. Vielleicht sogar gleich der Eröffnungsfilm "Les adieux à la reine". Das Kostümdrama, das am ersten Tag der Französischen Revolution spielt, hat schöne Bilder gezeigt. Prachtvolle Unterröcke, Spitze, üppige Federn, Brokat, Bodüren, kräftige Farben, Gold. Alles Themen, die in die nächsten Kollektionen einfließen könnten. Das wird man noch sehen.

Aus "Les adieux à la reine"
Aus "Les adieux à la reine"


Was man aber jetzt bereits sehen kann: Die Berlinale beflügelt die Visual Merchandiser. Mit kreativen Fenstern und Dekorationen schlagen sie die Brücke zum Filmfestival und holen den Glanz der Filmwelt in den Modehandel. Im Quartier 206 in Berlin beispielsweise gastiert der Oscar-Anwärter "The Artist".

The Artist bei Quartier 206
The Artist bei Quartier 206


Mit Smoking und Fliege, glitzernden Abendroben und Bubikopf-Frisuren lässt der Departmentstore die Goldenen Zwanziger wieder aufleben. Mit Hilfe von alten Filmprojektoren, Mikrofonen und Möbeln werden in jedem Fenster kleine Geschichten erzählt. Die britische Designerin Anya Hindmarch hat "The Iron Lady", dem filmischen Porträt über Margaret Thatcher, ihre Schaufenster gewidmet. Die Schaufensterfiguren tragen kobaltblaue Schluppenblusen mit Brosche und Perlenkette.

The Iron Lady bei Anya Hindmarch
The Iron Lady bei Anya Hindmarch


Darüber hinaus hat man ohnehin den Eindruck, dass die Mode- und Filmwelt immer näher zusammenrücken. Die oscarprämierte Regisseurin Sofia Coppola hat gerade einen Imagefilm für H&M gemacht. Immer mehr Mode-Anbieter produzieren Kurzfilme fürs Internet mit renommierten Hollywood-Leuten. Sie wissen, dass sie mit profanen Making of-Videos keinen mehr hinterm Ofen hervor locken. Mit anspruchsvollen Bewegtbildern erschließen sie neue Zielgruppen und bedienen die Social Media-Kanäle in adäquater Form. Und dann ist da noch die Werbung. Einige der letzten Mode-Kampagnen, die man so gesehen hat, kamen in Hitchcock-Manier daher. Wenn das mal nicht beflügelt ist.