Cagliari, die größte Stadt Sardiniens, ist vielleicht nicht als ausgewiesenes Shopping-Paradies bekannt. Doch in den engen und steilen Straßen rund um die Via Alghero und die Via Giuseppe Manno gibt es dennoch einiges zu entdecken. Hier reiht sich Geschäft an Geschäft. Das Angebot reicht von Luxusmode über inhabergeführte Läden bis hin zu bekannten Vertikalkonzepten. Allen Geschäften ist eines gemein: Die Häuser sind klein, und damit ist auch die Breite der Schaufenster meist überschaubar. Spannende Konzepte für kleinsten Raum sind gefragt, um die Ware interessant zu präsentieren.

Wenig Platz bedeutet auch weniger Platz für Dekoration. Deswegen setzen viele auf Minimalismus. So auch der italienische Filialist Kocca. Das Schaufenster misst wohl kaum mehr als zwei Meter Breite. Dementsprechend fällt auch die Deko aus: Eine goldene Treppe dient als Präsentationsgelegenheit für Taschen und Schuhe. Daneben eine Schaufensterfigur in cleanem Weiß. Ähnlich die Fenster bei Luisa Spagnoli. In der Mitte des Fensters wird die Kleidung auf drei Schneiderbüsten präsentiert. Dazu kleine Podeste, auf denen die Accessoires liegen. Trotz geringem Aufwand entstehen so stimmige Konzepte auf engstem Raum. Auch das Fenster bei Antony Morato ist gerade breit genug, dass drei Figuren darin Platz finden. Es gilt: je weniger Raum, desto sparsamer die Details. Dieses Zusammenspiel ist hier geglückt. Die weiße Rückwand, kombiniert mit den schwarzen Figuren, der in Schwarz und Grau gehaltenen Bekleidung und dem Antony Morato Schriftzug ergibt eine visuelle Aussage, die den Kern der Marke trifft.

Nicht Klotzen – Kleckern lautet die Devise dagegen bei anderen Konzepten. Möglichst viel wird auf engen Raum gepackt – und das trotzdem mit Stil. Bei Diesel wird gleich eine ganze Wohnzimmer-Szenerie in zwei Metern Schaufenster untergebracht. Torte, Bilder im Goldrahmen und Kronleuchter inklusive. Besonders kreativ sind auch die vielen, für Italien typischen KOB-Kozepte. Primigi beispielsweise gestaltet die Rückwand des Schaufensters im Comic-Stil. Ein anderer KOB-Händler hat gleich ein ganzes Kinderzimmer im Schaufenster aufgebaut. Babybettchen, Kinderschrank und dazwischen werden Babyschuhe, Strampler und Heimtextilien für Kinder präsentiert – alles in Babyblau versteht sich. Für die ganz Kleinen.