Sintflutartige Regenfälle, Sturm und Hochwasser. Die Briten – nach gängigen Vorurteilen nicht gerade vom Wetter verwöhnt – leiden in den ersten Wochen dieses Jahres unter extremen klimatischen Bedingungen. Seit 248 Jahren habe es auf der Insel nicht mehr solche Niederschlagsmassen gegeben, teilen die Meteorologen mit. Auch wenn das Klima nicht mitspielt, zumindest der Saisonstart in den Schaufenstern der Londoner Modehäuser ist nicht ins Wasser gefallen. Humorvoll, extrem opulent, aber auch ganz schlicht wird hier Lust auf die neue Frühjahrsmode gemacht.



Harvey Nichols. Nachhilfe in Sachen neuester Mode-Trends: Harvey Nichols spielt in seinen Schaufenstern „Fashion School“. In dieser Hommage an nostalgische Klassenzimmer-Erinnerungen geht es weniger um das ABC oder Plus und Minus, zum Thema des Schaufensters wurden vielmehr die Must-haves für die Frühjahr/Sommer-Garderobe gemacht. In jedem Fenster werden unterschiedliche Schul-Szenen dargestellt, humorvoll und originell, mit mangaartigen Display Mannequins. Handgemalte Elemente zieren die Rückwände, mit schwarzer Tinte wurden Notizen von Hand auf Tafeln geschrieben und das alles inmitten eines Kaleidoskops von Farbspritzeffekten. Wesentlicher Unterschied zum richtigen Leben eines britischen Schülers: Die Figuren tragen keine Schuluniformen, sondern teure Designer-Teile, zum Beispiel von Stella McCartney, Phillip Lim und Christopher Kane.



Harrods. Die aktuellen Harrods Schaufenster stehen ganz und gar im Zeichen des Pferdes. Wie immer sehr luxuriös und sehr opulent huldigt der Department Store damit dem chinesischen Jahr des Pferdes, das am 31. Januar begonnen hat. Laut chinesischer Mythologie ein Tier, in dem extrem viel Feuer steckt. Und genau das transportiert Harrods in seinen Fenstern. Rot und Gold herrschen vor, dynamisch sind die Posen der eingesetzten Figuren, bei Mensch wie Pferd.



Selfridges. Festival of Imagination. Bei Events, Ausstellungen und täglichen Programmen mit Vorträgen und Diskussionsrunden im Store geht es um das Wesen, die Macht und die positive Auswirkung der Fantasie. Das Publikum soll angeregt werden, das Beste aus der eigenen Vorstellungskraft zu machen, um ein kreativeres Leben zu führen. Die anspruchsvolle Aktion wird in Szene gesetzt mit einer geistreichen und zugleich amüsant-konzeptionellen Fenstergestaltung, die von zahlreichen prominenten Designern und Künstlern kreiert wurde, einem Concept Store und einem Imaginarium. Dessen Fläche in der Ultra Lounge im Untergeschoss wurde von dem legendären Architekten Rem Koolhaas sozusagen als Think-Tank-Plattform entworfen.

 

Fenwick. Ganz künstlerisch inszeniert Fenwick die neue Frühjahrsmode. Zur London Fashion Week hat Illustrator David Downwton fünf Modedesigner skizziert. So zieren übergroße Porträts von Hannah Coffin, Sarah Angold, Sophie Hulme, Marios Schwab und Mother of Pearl die Rückwände der Fenster. Ganz schlicht, nur mit ein paar schwungvollen Pinselstrichen gezeichnet, genauso wie die Fernsehgeräte, die die Köpfe der Schaufensterfiguren einrahmen.



Topshop. Bei Topshop wird die Mode aufs Podest gestellt. Die Display Mannequins stehen auf naturbelassenen Holzblöcken, weiß lackierten Quadern, immer geometrisch angeordnet. Alles ganz schlicht und einfach, hier lenkt nichts von der Mode ab.