Wo bis vor kurzem feiner Zwirn verkauft wurde, geht jetzt sattes Leder über den Tisch. Taschenspezialist Picard hat im Steinweg 6 in Frankfurt, auf der Verlängerung von Hauptwache zu Goethestraße, die ehemaligen Räumlichkeiten des Herrenausstatters Ströhlein bezogen. Vis-à-vis und direkt nebenan: fashionable Nachbarn wie &Other Stories, Thomas Sabo und Marc O’Polo, Stefanel und Cos, Max Mara und Bailly Diehl.

In den 120m² großen Räumlichkeiten, die sich über zwei Etagen erstrecken, hat Picard erstmals ein neues Ladenbaukonzept verwirklicht, umgesetzt von Délphine Buhro, Frankfurt, die auch schon bei der Gestaltung der beiden hiesigen 25hrs Hotels mitwirkte.

Wer in den neuen Picard-Laden tritt, dem soll sich das Herz öffnen, so das erklärte Ziel der Taschen-Connaisseure aus Obertshausen. Nicht nur der großen Auswahl an Ledertaschen wegen, sondern vor allem aufgrund des Interieurs. Sorgen dafür sollen in erster Linie warme Materialien, etwa Rückwände, die mit Stoff bespannt sind. Oder Holz in Kombination mit Schiefer und schwarzem Marmor. Weitere Elemente tun ihr Übriges. Wie das Presenter-Modul aus Holz im Eingangsbereich, das an einen Marktstand erinnert. Oder die Bilder an der Wand, die so schön „menscheln“, während sie Täschnerei-Handwerk beleuchten und die Historie der Marke veranschaulichen. Mit den Erläuterungen, die unterhalb oder neben den Bilderrahmen angebracht sind, muten sie fast schon museal an. Und schließlich die geschwungene Treppe - „historisches“ Geländer inklusive -, die in die Männerwelt im ersten Obergeschoss führt. „Es geht darum, Stimmung zu erzeugen, es ist keine Revolution“, sagt Firmenchef Georg Picard. „Zuvor haben wir nur in Weiß gedacht.“

Ein bisschen Weiß darf’s dann aber doch sein. Außen nämlich hat Picard die komplette Fassade neu machen lassen. „Das war das eigentlich Teure hier“, sagt Picard mit einem Augenzwinkern, ohne weiter auf die Kosten einzugehen, die in den Umbau investiert wurden. Die jetzt weiße Backsteinfassade im Amsterdam-Style, die an die Anfänge des letzten Jahrhunderts erinnert, ist nicht nur schöner Kontrast zu den historischen Fassaden der Nachbarhäuser, sondern auch gelungener Gegenpol zu der großen Flügeltür des Picard-Stores mit seinem schwarz-goldenen Rahmen im Stile der 50er Jahre.

Vor dem Umzug auf den Steinweg war Picards Frankfurter Flaggschiff nur wenige Meter weiter auf der Luxusmeile Goethestraße ansässig. Dort wird ab dem 1. Oktober Hogan zu finden sein. Insgesamt 18 Geschäfte betreibt Picard in Deutschland. 2018 sollen nach dem neuen Ladenbaukonzept erste Stores in Hamburg sowie im Frankfurter Flughafen umgestaltet werden.

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