Es riecht noch nach frischem Holz im nagelneuen Sandqvist-Store in Berlin-Mitte. In der Weinmeisterstraße liegt er im Umfeld von Cos, Urban Outfitters, Acne, Weekday und Skunkfunk. Das schwedische Taschen-Label hat hier auf 120m² seinen bislang größten von sechs Stores eröffnet. Es ist außerdem der erste Laden in Deutschland, dem nach Schweden größten Markt für Sandqvist. Und in diesem Jahr soll Deutschland sogar auf Platz 1 rücken, berichten Sebastian Westin und Daniel Sandqvist, die das Unternehmen 2004 gemeinsam mit Daniels Bruder Anton gegründet haben. Die Idee war, funktionale, langlebige Taschen und Rucksäcke zu kreieren, ohne viel Schnickschnack im schlichten skandinavischen Design mit Premium-Anspruch zu erschwinglichen Preisen.

Inzwischen kommt auch der Nachhaltigkeitsanspruch dazu. Bis 2020 sollen alle verwendeten Materialien zu 100% nachhaltig sein. So soll nur noch Biobaumwolle, recyceltes Polyester und fair produziertes, pflanzlich gegerbtes Leder verwendet werden. Auch vegane Taschen gibt es. Seit vorigem Jahr ist Sandqvist zudem Mitglied der Fair Wear Foundation und hat die Produktionsbetriebe in Vietnam und Indien zertifizieren lassen.

Pro Jahr gibt es zwei Kollektionen mit je 70 Teilen, von denen ein Drittel neue Styles sind. Gestartet als Taschen-Label für Männer, entfallen inzwischen 50% auf Produkte für Frauen. Viele Styles sind zudem Unisex. Bei den Farben dominieren Schwarz, Beige, Grau, Blau, Farbakzente werden in den aktuellen Kollektionen mit Senfgelb und Weinrot gesetzt. Typische Materialien sind Canvas und Leder und neu auch Nylon Twill. Die Preise liegen im VK zwischen 80 und 500 Euro.

Nach einem Laden in Berlin haben die Gründer fast ein Jahr lang gesucht. Allerdings waren sie bei 120m² zunächst skeptisch, ob sie diese Fläche bespielen können. „Inzwischen finde ich die Größe super, alles sieht hier besser aus, wenn man mehr Platz hat“, so Sandqvist. Zumal hier auch Events stattfinden sollen. Gestaltet wurde der Store von Architekt Fredrik Nilsby, die Möbel stammen von Tobias Fjällström. Helles unbehandeltes Holz dominiert, schlichte Warenträger und ein unauffälliger hellgrauer Boden lassen die Ware wirken.

Voriges Jahr in Stockholm gestartet, soll auch in Berlin der Repair-Service eingeführt werden. Kunden können ihre alten Sandqvist-Taschen zurückbringen und erhalten 20% Rabatt auf eine neue. Die alten Taschen werden dann zerlegt und zu neuen individuellen Produkten verarbeitet. Außerdem können defekte Taschen repariert und Ersatzteile gekauft werden.

Die Gründer planen weitere Stores in europäischen Großstädten. Vor einem Jahr eröffnete einer in London, der super laufe. Der Umsatz lag 2016 bei umgerechnet rund 8 Mio. Euro, dieses Jahr sollen es 10 Mio. Euro werden. Insgesamt beschäftigt das Stockholmer Unternehmen 40 Mitarbeiter. Für das kommende Jahr seien zudem weitere Kollaborationen mit anderen Marken geplant. Bislang arbeitet Sandqvist mit Volvo zusammen und bringt in Kürze Fahrrad-Taschen mit dem Rad-Label Velosophie heraus.

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