Top Store-Design. Die Messe Düsseldorf und das EHI Retai Institute haben zum elften Mal wegweisende internationale Store-Konzepte prämiert. Der EuroShop Retail Design Award wird seit 2015 jährlich auf der Handelsmesse C-Star in Shanghai vergeben. Die Messe ist ein Ableger der Düsseldorfer EuroShop mit einem speziellen Fokus auf den asiatischen Markt. Die Gewinner 2018 kommen aus Italien, Polen und Spanien. Mit dem aufsehenerregenden Neubau von La Rinascente in Rom wurde in diesem Jahr auch ein für den Modehandel relevanter Store prämiert. Die anderen beiden Gewinner sind der Fahrradladen Vélo 7 in Posen und die Weinhandlung De Vinos y Viandas in Valladolid.

Die drei haben sich aus 85 Nominierten hervorgetan. Entscheidend für ihre Wahl war „ein gelungener Mix aus Ladenarchitektur, Farben, Materialien, Beleuchtung und Visual Merchandising”, begründet das EHI. Insbesondere das Übermitteln einer klaren Sortimentsbotschaft sowie eine direkte Kundenansprache seien wichtige Kriterien für die Jury gewesen.

I want to ride my bicycle. Ein kleines Paradies für Fahrrad-Freaks ist Vélo 7 im polnischen Posen. Auf 100m² wurde ein multifunktionaler Raum geschaffen für alles, was die Fortbewegung auf zwei Rädern ausmacht. Beratung, Verkauf und ein Reparaturservice gehören dazu. Die Gestaltung ist clean und modern, vornehmlich in Schwarz/Weiß gehalten. Mit Sperrholz verkleidete Präsentationsboxen setzen Highlights. Ihre Liebe zum Fahrrad demonstrieren die Macher schon über den Grundriss des Ladens und die Form der Leuchten, die sich am Aufbau eines Fahrradrahmens orientieren.

Wein trifft Design. Im spanischen Weinladen De Vinos y Viandas gibt es – wie der Name schon sagt – Wein und andere Köstlichkeiten. Mit seiner modernen, ganz und gar nicht rustikalen Gestaltung hat er die Fachjury überzeugt. Mit Hilfe von Verspiegelung wirkt der gesamte, von den Architekturbüros Zooco und Sandander gestaltete Laden wie eine optische Täuschung. Im Fokus der Gestaltung steht der Kreis. Halbrunde Elemente finden sich überall im Interior-Design wieder. Über 1000 Flaschen edler Weine beherbergt der nur 80m² große Laden, untergebracht sind sie in schier endlosen Regalreihen, die durch eine Rundung aufgebrochen werden. In wirkungsvollem Kontrast zu den warmen Farben der Holzregale steht ein schwarzer Steinfußboden. Konsumtempel der Extraklasse. Elf Jahre Planung, ein Investment von 200 Mio. Euro. La Rinascente hat im Herbst 2017 in Rom einen 14.000m² großen Departement-Store in der Via del Tritone, in Fußweite der Piazza di Spagna und des Trevi-Brunnens, eröffnet. Die Macher hinter dem Prestigeprojekt sind Vittorio Radice, Vize-Präsident von Rinascente, und Tos Chirathivat, Präsident und CEO der thailändischen Central Group, der Rinascente gehört und die letztlich die Finanzierung gestellt hat.

„Rinascente in Rom ist kein Store. Es ist ein Ort, an dem sich Leute begegnen”, sagte Radice anlässlich der Eröffnung. Auf den sieben Stockwerken sind insgesamt mehr als 800 Marken vertreten. Jede einzelne der acht Etagen wurde von einem anderen Architekten entworfen. Besondere Highlights: Ein interner Palazzo, eine Terrasse mit Blick über Rom und ein 60 Meter langes Aquädukt aus der Römerzeit im Souterrain.

Wer den gelb angestrichenen Bau betritt, taucht ein in die Atmosphäre eines mit wertvollen Materialen ausgestatteten römischen Herrenhauses. Das Gebäude mit den verschnörkelten Fensterrahmen und dem kräftigen Anstrich steht in deutlichem Kontrast zu der sonst sehr geradlinigen und cleanen Architektur. Ein Balkon, der von einer Säulenbalustrade umringt ist, gibt den Blick auf die einzelnen Etagen frei. Das sorgt für Großzügigkeit und Weite mitten in der Hektik der ewigen Stadt. Eben ein Ort zum Verweilen und Entspannen – und Shoppen.
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