China als Vorbild in Sachen Omnichannel, als attraktiver Standort für deutsche Unternehmen und potenzielle Schwierigkeiten auf dem Weg ins Reich der Mitte - das waren die wichtigsten Themen des ersten China Business Days. Helmut Merkel, Chairman von Eurasia Global, Karl Wehner von Alibaba, Massimo Francese von Marc O’ Polo und Christoph Werner von dm-Drogerie Markt zählten zu den Referenten bei der Veranstaltung der dfv Conference Group, die am Donnerstag in Frankfurt stattfand. Hier die wichtigsten fünf Learnings für das China-Geschäft:

New Speed: Chinas rasantes Wachstum

„Was sich in Europa in 150 Jahren entwickelt hat, ist in China innerhalb von 40 Jahren passiert.“

Helmut Merkel, Chairman von Eurasia Global Ltd, Hongkong
China ist in den letzten Jahrzehnten so schnell gewachsen wie keine andere Nation. Das bedeutet eine boomende Volkswirtschaft, einen großen Vorsprung in Sachen Technik und einen Nährboden für Innovation – bringt aber aufgrund eines eng besiedelten Marktes auch Nachteile mit sich.

New World: Ökosystem Alibaba

„Wenn man China als strategisch wichtigen Markt ansieht, muss man auf Alibaba präsent sein.“

Konstantin Urban, Geschäftsführer windeln.de
Alibaba agiert in riesigen Dimensionen, umfasst derzeit 125 Geschäftsbereiche. Von Shopping über Mobile Payment bis hin zu Cloud-Computing. Alibaba ist nur einer der Riesen - neben Baidu, Tencent oder JD. Unerlässlich dazu: Die App WeChat, über die Nutzer recherchieren, ordern, bezahlen, chatten oder sogar Kredite aufnehmen können. 

New retail: Omnichannel der nächsten Generation

„Der Kunde denkt nicht in on- oder offline, der Kunde denkt in Bedarf. Der Kanal wird nebensächlich.“

Karl Wehner, Managing Director Deutschland, Österreich, Schweiz, Türkei, Osteuropa der Alibaba Group
Während in Europa darüber diskutiert wird, dass der Online-Handel dem stationären Geschäft zu schaffen macht, ist man in China einige Schritte weiter. Die Konsumenten aus dem Reich der Mitte nutzen die QR-Codes in Stores, um sich über die Herkunft von Lebensmitteln zu informieren, Alternativen angezeigt zu bekommen, zu bezahlen und sich Produkte liefern zu lassen. Und das alles über eine App, in einem Store.

New costumers: Die Anforderungen der Generation Y

„Die jungen Chinesen befinden sich in einem Identitätskonflikt - zwischen den moralischen, traditionellen Werten der Eltern einerseits und dem westlichen Lebensstil, der für Freiheit und Individualität steht auf der anderen Seite. “

Thomas Ebenfeld, Managing Partner von concept m research + consulting
Sie trägt viele Namen − Generation Y ist nur eine davon. In China ist sie hin- und hergerissen zwischen Tradition und dem westlichen Leben. Mit der schnellen Entwicklung geht auch eine Veränderung in der Lebensweise einher, die zwischen Generationen Gräben entstehen lässt. Aber sie eröffnet auch Möglichkeiten für die deutschen Unternehmen. Denn was aus dem Westen kommt, findet bei Chinesen reißenden Absatz.

New normal: Warum Premium zum begehrten Markt wird

„In vielen Kategorien sinkt der Absatz ausländischer Massenprodukte, aber die Nachfrage nach Premiumprodukten steigt. “

Serge Hoffmann, Partner und Konsumgüterexperte von Bain & Company
Bedingt durch Lebensmittelskandale und die Angst vor billigen Kopien Made in China fordern Konsumenten Qualität − idealerweise aus den europäischen Ländern. Das bedeutet: Der Bedarf an Premium-Produkten insbesondere im Lebensmittel-, Beauty- und Health-Bereich steigt. Somit erschließen sich beispielsweise für deutsche Unternehmen große Marktfelder, in denen viel Umsatz erzielt werden kann − im Gegensatz zu gesättigten Märkten, wie dem Markt für Massenprodukte.

Weitere Infos über die Themen des China Business Days erhalten Sie in der aktuellen Printausgabe der TextilWirtschaft und auf dem Smartphone oder Tablet für Android sowie iOS.
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