„So einen Umbau habe ich noch nie erlebt.“ Thomas Reischmann ist die Erleichterung über das Ende der Bauarbeiten am Eröffnungsabend anzumerken. Dabei hat er als einer der Geschäftsführer der Reischmann-Gruppe mit insgesamt elf Häusern in vier Städten schon einiges mitgemacht. Doch 16 Wochen Umbau bei laufendem Geschäftsbetrieb auf engstem Raum, das war eine echte Belastungsprobe für jeden der 75 Mitarbeiter vom Sporthaus Reischmann in Ravensburg und für ihre Chefin Alexandra Abt. Drei der insgesamt fünf Etagen mit gut 2500m² wurden gemeinsam mit Blocher Partners, Stuttgart, komplett neu gestaltet. Das Ergebnis: ein einladendes, helles und stimmig sortiertes Vorzeige-Haus.

„Der Sportler soll sich in seiner Welt wiederfinden.“

Thomas Reischmann


Im Erdgeschoss finden Männer jetzt alles rund um Training, Running und Lifestyle-Sneaker. Das 1. OG ist ausschließlich den Frauen und den Segmenten Running, Fitness, Beachwear bzw. Wintersport und Sportswear gewidmet. Im 2.OG geht es „nach draußen”: Hier sind die Outdoor-, Beachwear und Sportswear-Sortimente für die Männer angesiedelt, außerdem Tennis, Bike und Trendsport. Im 3. OG wird Outdoor-Bekleidung für Frauen präsentiert, daneben gibt es Outdoor-Ausrüstung und -Schuhe. „Dabei haben wir auch beim Ladenbau immer darauf geachtet, dass sich der Sportler in seiner Welt wiederfindet“, erklärt Reischmann.



Was jetzt so schlüssig erscheint, war in den vergangenen Monaten Gegenstand intensiver, bisweilen hitziger Diskussionen. Vor allem von der Integration der Frauen-Running-Schuhe in der ersten Etage musste Thomas Reischmann von einem Lieferanten erst in vielen Gesprächen überzeugt werden. „Die haben einfach nicht locker gelassen. Und das war wohl auch gut so.“

Mit dieser neuen Strukturierung der Sortimente ging eine Veränderung der Einkaufsorganisation einher. Heute wird in Kategorien eingekauft, Schuhe und Bekleidung jeweils zusammen, so dass Farbthemen und Liefertermine aufeinander abgestimmt sind. Verstärkt hat sich Reischmann im Bereich Sportswear, also in dem Feld, in dem die Überschneidung von Sport und Mode am stärksten sind. „Da machen wir wirklich gute Umsätze.“ Ausgebaut wurden auch Training, Fitness und Running.

„Wir sind stationärer Händler aus Leidenschaft. Und das werden wir auch immer bleiben.“

Thomas Reischmann


Mehr Raum für eine großzügigere Präsentation mit Sitzecken und Gastro-Angeboten auf jeder Etage wurde vor allem dadurch gewonnen, dass die KOB-Abteilung, die zuvor einen Großteil des 1. OG belegte, ins UG gewandert ist. Hier bildet sie heute einen stimmigen Übergang zur Trend-Welt. Gleichzeitig konnte die Etage durch die Umwandlung von Lager- in Verkaufsfläche erweitert werden.

„Wir sind stationärer Händler aus Leidenschaft. Und das werden wir auch immer bleiben”, betont Reischmann. Beratung bleibe entscheidend. „Aber gerade die Vernetzung von Online und Offline schafft Vorteile, die man von einem Unternehmen wie Reischmann erwartet.“ Dazu gehört auch der Zugriff auf das Sortiment des Online-Shops über Tablets im Store. Ende April erst ging der Sport-Online-Shop mit mehr als 10.000 Artikeln an den Start. Bisher konnten die Kunden nur per Click&Reserve Ware in der Filiale reservieren und abholen. Demnächst soll auch das Mode-Sortiment folgen. Die Weichen sind gestellt: Direkt im Anschluss an die Eröffnung des Sporthauses wurde die neue Reischmann-Logistik in Betrieb genommen.