Gesucht und gefunden. Der eine − Amer Sports − war bekanntermaßen auf der Suche nach einer zusätzlichen Sportmarke, der andere − IC Group − wollte sich von seiner trennen. Nun wurde der Verkauf besiegelt. Für rund 255 Mio. Euro wechselt Peak Performance den Besitzer. Ein Betrag, der ganz im Rahmen der Akquisitions-Strategie der Amer-Gruppe liegt: Einige Millionen Euro stünden dem Konzern für Zukäufe zur Verfügung, hatte Aufsichtsratschef Bruno Sälzer im Oktober erklärt.

Wie Heikki Takala, President and CEO von Amer Sports erklärt, grenze sich das Label Peak Performance in seiner Positionierung unverwechselbar zu den Marken von Amer Sports ab und habe „eine hohe Relevanz in der Sportmode”. Auch in der Womenswear (40% Umsatzanteil) und im Bereich Direct-to-Consumer (45% Umsatzanteil) spiele das Unternehmen eine wichtige Rolle. „Mit dieser Übernahme machen wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung unseres langfristigen Ziels 1,5 Mrd. Euro Umsatz mit Textilien zu erzielen”, so Takala. Zu dem finnischen Konzern gehören insgesamt zwölf Sportmarken, darunter Salomon (Ski/Outdoor), Wilson (Ballsport), Atomic (Ski) und Arc’teryx (Outdoor). Die letzte Akquisition war der Kauf des amerikanischen Ski-Spezialisten Armada für rund 4 Mio. US-Dollar (3,7 Mio. Euro) vor einem Jahr.

Bei Bekanntgabe der Verkaufsabsichten im Herbst hatte IC Group-Chariman Peter Thorsen erklärt, dass Peak Performance in den vergangenen Jahren eine starke Entwicklung gehabt habe. „Nun muss das internationale Geschäft beschleunigt werden. Vielleicht ist dazu ein neuer Besitzer besser in der Lage als die IC Group.” Die Gruppe hatte im Februar zuletzt aktuelle Zahlen für Peak Performance genannt. Das Label hatte den Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr 2017/18 (Stichtag: 31.12.) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,2% auf 659 Mio. DKK gesteigert.

Wenige Tage vor Bekanntgabe der Übernahme hat Amer Sports Zahlen für das erste Quartal 2018 vorgelegt. Zwar hat der Konzern in den drei Monaten dieses Jahres weniger verkauft, dabei aber mehr verdient. Die Umsätze gingen um 6% auf 623,8 Mio. Euro zurück, das operative Ergebnis (Ebit) konnte jedoch um 14% auf 40,4 Mio. Euro gesteigert werden. Im Vorjahreszeitraum lag das um Sondereffekte bereinigte Ebit bei 35,5 Mio. Euro. Zu schaffen macht dem Unternehmen vor allem der starke Euro: Währungsbereinigt legten die Erlöse sogar leicht um 1% zu. Am positivsten entwickelt hat sich das größte Feld Outdoor. Hier sind die Umsätze um nur 3% auf 381 Mio. Euro zurückgegangen, gleichzeitig konnte das operative Ergebnis um 26% auf 33,7 Mio. Euro verbessert werden.

Die Beschleunigung des Direct-to-Consumer-Geschäfts, die Nutzung moderne Verkaufskanäle und China sind drei Felder, in denen das Unternehmen im ersten Quartal solide Fortschritte erzielt habe, erklärt Amer Sports-Chef Heikki Takala. Der Fokus habe in diesem Quartal auf einer Stärkung der Marge gelegen, was durch einen attraktiveren Produktmix, einer qualitativ verbesserten Distribution sowie weniger Sales-Aktiväten, vor allem bei Schuhen, gelungen sei.
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