Die meisten Einrichtungstrends kommen einem sehr bekannt vor. Viele Interior-Designer lassen sich von aktuellen Modeströmungen inspirieren. Der offensichtlichste diese Saison: Colorblocking. Allen voran Fendi und Marni haben zum Sommer und bereits zum vergangenen Herbst grafische Muster im Colorblock über den Laufsteg geschickt. Hellblau zu Orange zu Grün zu Schwarz. Manches davon erinnerte an Mondrian-Kunstwerke. Die diesjährige Edition des Charity-Projektes „100 Chairs“ von Marni steht ganz im Zeichen des Modetrends hin zu großen Farbflächen. Das italienische Modehaus präsentiert mehrfarbige, zum Teil gemusterte Stühle, Chaiselongues, Schaukelstühle und Tische in den typischen Marni-Farben. Die Verkaufserlöse werden verschiedenen Charity-Organisationen gespendet.

„Die Mode gibt als schnellstes Impulse. Der Kollektionsrhythmus ist in der Mode am kürzesten, von daher passiert dort am meisten. Aber andere Branchen wie der Einrichtungsbereich holen auf“, sagt Mayouri Sengchanh von der Trendagentur Carlin. Immer schneller werden die aktuellen Modetrends ins Interior-Design übersetzt. Multicolor kommt. Großflächig. Jetzt auch fürs Storedesign. Die Herausforderung für das Visual Merchandising wird es sein, den Trend ins Fenster oder auf die Fläche zu holen, ohne sie zu überladen. Wie bunt darf die Dekoration sein, wenn die Mode es auch ist? „Man sollte Suchbilder vermeiden. Und immer einen Ruhepol mit Weiß oder Grau schaffen“, sagt Sengchanh.