Nur wer fit ist, überlebt – selten war dieser Leitsatz in der Designbranche aktueller. Nach wie vor bläst in der Weltwirtschaft ein eisiger Wind, nicht zuletzt am zentralen Hort des Sektors, in Mailand. Hier musste vergangene Woche auf der Möbelmesse jeder, der Rang und Namen hat, sein Gesicht zeigen. Um 4,2% fielen die Umsätze der italienischen Player in 2011: Da ist für Fehler kein Platz. Mit einem Minimum an Input muss daher nun ein Maximum an Output her – ökonomisch wie ästhetisch. Was die Formensprache der Anbieter klar zum Ausdruck bringt.

So minimalistisch wie nie geht es zu. Verzierungen sind Fehlanzeige: "Miss Less" hat Altmeister Philippe Starck seine neue Stuhlserie für den Mailänder Platzhirschen Kartell getauft. Das spricht Bände. Man nehme einen simplen Kunststoffklotz, montiere daran eine durchsichtige Rückenlehne – fertig. Überhaupt hält der Monolith als Archetyp menschlicher Formgebung allenthalben Einzug. Bei den kunstsinnigen Apuliern von De Mura etwa, wo er, als Konsole quer gelegt, geöffnet eine Unzahl an Fächern und Schubladen in sich birgt. Oder bei MDF Italia, der aufstrebenden Firma aus der Brianza, die jeglichen Hebel wegrationalisiert hat. Nur durch Schraffuren angedeutete Druckflächen geben den Weg ins Innere des Möbelstücks frei.

Einen ausführlichen Bericht von der Mailänder Möbelmesse mit allen Trends und Themen lesen Sie in der TW 17, die am 26. April 2012 erscheint.