Die Deutschen sind Europameister im Teleshopping. Das ergab eine Studie, die die European Retailing Association Europe (ERA Europe) im Auftrag der Beratungsfirma Goldmedia durchgeführt hat.

Demnach hat jeder deutsche Verbraucher 2016 bei TV-Kaufhäusern im Schnitt Ware für 23,40 Euro bestellt. Dadurch ergibt sich ein Gesamtvolumen von 1,92 Mrd. Euro. Für die kommenden sechs Jahre prognostiziert Goldmedia einen Anstieg auf 2,42 Mrd. Euro im Jahr 2022.

Bei der letzten Langzeitprognose war die Beratungsfirma dem Endergebnis recht nahe gekommen. Das Münchner Unternehmen hatte 2011 vorausgesagt, dass sich die Teleshopping-Umsätze bis 2016 auf 2 Mrd. Euro erhöhen. Herausgekommen sind — wie gesagt — 1,92 Mrd. Euro.

Außerdem ergab die Untersuchung, die am Mittwoch in Venedig ausführlich vorgestellt wird, dass die Teleshopping-Kunden neuen Technologien gegenüber sehr aufgeschlossen sind. Und das obwohl anderen Studien zufolge drei von vier Kunden über 50 Jahre alt sind. Laut Goldmedia-Untersuchung findet jeder dritte Teleshopper (33%) Smart TV "sehr interessant" und mehr als jeder zweite (51%) "interessant". 29% finden die Idee "sehr interessant", über einen klugen Fernseher Produkte einzukaufen. 44% der Befragten kreuzten "interessant" an. Beim Bestellen über Sprachsteuerung ermittelte ERA Europa 35% und 43%.

Überraschend hoch sind auch die Zustimmungswerte beim Zukunftsmedium Virtual Reality: Fast jeder dritte Befragte (32%) ist sehr daran interessiert, Produkte mittels spezieller Brillen im virtuellen Raum zu begutachten. 46% sind immerhin "interessiert".

Marktführer im deutschen Teleshopping ist der deutsche Ableger des US-Anbieters QVC, der seinen hiesigen Umsatz im Geschäftsjahr 2016 um fast 2% auf umgerechnet rund 822 Mill. Euro steigerte. Es folgt das Münchner TV-Kaufhaus HSE 24 mit 754 Mill. Euro.

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