Eine Modenschau lebt nicht von der Kleidung allein. Klar, die Kleidung steht im Mittelpunkt, ist der Star in der Manege. Doch was wäre der Zirkus ohne Trommelwirbel, Spotlight und das schöne, gestreifte Zirkuszelt? Ziemlich langweilig, austauschbar und ohne das typische Zirkus-Feeling. Genauso sieht es auch bei den Modenschauen aus. Die Inszenierung macht eine Show erst perfekt. Wenn es um gelungene Präsentationen geht, dann blicken viele zuerst auf die Großen, wie die Show von Kenzo, Marc Jacobs für Louis Vuitton oder Karl Lagerfeld für Chanel. Und diese Schauen waren auch in diesem Jahr wieder ganz vorne mit dabei. Aber auch auf anderen Defilees lohnt sich ein Blick. Editor's Choice: Die Top 5 Inszenierungen von den Modenschauen zum Frühjahr/Sommer 2014, Teil zwei:

Louis Vuitton. Getreu dem Motto „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“ hat sich Marc Jacobs mit seiner letzten Show für Louis Vuitton ein Denkmal gesetzt, das man so schnell nicht vergessen wird. Die Show ist gespickt mit Reminiszenzen an seine früheren Schauen, wie der Aufzug, die Uhr, die Rolltreppen oder auch der Brunnen. Die düstere Szenerie ist ein Meisterwerk der Inszenierung. Selbst die Models wirken wie Kunstwerke mit ihrem fulminaten Federschmuck und den auffälligen Body Paintings.

Chanel. Die Inszenierungen von Karl Lagerfeld für Chanel sind immer einer der Höhepunkte der Paris Fashion Week. Und die Zuschauer wurden auch in diesem Jahr nicht enttäuscht. Lagerfeld hatte sich Inspiration aus der Kunst geholt. Skulpturen, Wandgemälde und Installationen schmückten den Catwalk im Grand Palais. Besonders ins Auge fiel eine knallrote übergroße Porzellanfigur, die einem Krieger der chinesischen Terrakotta-Armee glich. Auffällig war außerdem eine Figur eines nackten Mannes, der einen Autoreifen auf dem Rücken trug, in dem das Chanel Logo eingearbeitet war. Absurd aber einprägsam.

Adidas. Sportlich, sportlich. So ist nicht nur die neue Kollektion, die Stella McCartney für Adidas entworfen hatte und auf der London Fashion Week präsentierte. Ziemlich sportlich war auch die Inszenierung. Models fuhren auf Heimtrainern, es gab eine Aerobic-Einlage. Gelenkige Turnerinnen zeigten ihr Können in der Tuchakrobatik. Die Präsentation fand in einer verspiegelten Sporthalle statt, so dass die Models und die Kleider gut von allen Seiten zu sehen waren. Eine Inszenierung, die dem Produkt „Sportbekleidung“ mehr als gerecht wurde.

Tommy Hilfiger. Sanddünen, ein hölzerner Baywatch-Turm und jede Menge Beach-Feeling gab es diesen Herbst auf der Show von Tommy Hilfiger zu sehen. Der Designer ließ keine Zweifel daran, was ihn immer wieder inspiriert: das Beach Life an den Stränden Californiens. Und das hatte er auf der Show zum Frühjahr/Sommer authentisch umgesetzt. Mannshohe Sanddünen bildeten die Kulisse für die neue Kollektion. Die Models liefen auf Holzplanken durch die Dünenlandschaft, die mit Surfbrettern und Gräsern verziert war. Die Zuschauer durften auf hölzernen Tribünen Platz nehmen. California dreaming at its best.

Opening Ceremony. Humberto Leon und Carol Lim sind in den Straßen von L.A. aufgewachsen. Ihnen gilt auch die Inszenierung der ersten Präsentation des Labels auf der Fashion Week in New York. Oder genauer gesagt den verrückten Autorennen, die regelmäßig in den Straßen von Los Angeles stattfinden. Am Anfang der Show fuhren 15 ausgewählte Luxuswägen vom Porsche bis zum Bentley in die Location, den Super Pier am Hudson River. Nach und nach kamen aus den Autos die Models ausgestiegen und liefen um die parkenden Wägen herum. Die Kleidung der Models war farblich auf die jeweiligen Autos abgestimmt. Rhythmische Musik machte das Bild perfekt. Schnelle Autos, schöne Kleider – das passt, das wissen wir jetzt.