Friedrich Knapp ist bei den meisten seiner Mitarbeiter ein beliebter Chef. Hart aber herzlich, so wird der Inhaber des Braunschweiger Young Fashion-Filialisten New Yorker beschrieben. Wenn jemand zum Beispiel mal einen Spezialarzt braucht, dann mache er das schon mal möglich, heißt es. Und in seiner Heimatstadt ist er einer der großen Wohltäter, spendet fleißig für Vereine. Er gilt als ehrlicher, aufrechter Unternehmer. Als einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es zum Beispiel darum geht, US-Konzerne wegen ihrer Steuervermeidungstaktiken anzuprangern.

Nun gerät Knapp aber selbst ins Visier der Öffentlichkeit. Die Süddeutsche Zeitung schreibt am Dienstag im Rahmen ihrer Berichterstattung über die sogenannten Paradise Papers auch über den Modeunternehmer aus Niedersachsen. Der Firmenjet, mit dem Knapp und seine Einkäufer durch die Welt fliegen, ist angeblich auf den als Steuerparadies geltenden Kaimaninseln registriert und werde steuergünstig über einen Mittelsmann an den Konzern vermietet.



Knapp reagiert nun auf den Bericht in der Süddeutschen Zeitung. Er sieht sich einer Schmutzkampagne ausgesetzt. „Die wollen nur Auflage machen“, sagt er auf Anfrage der TextilWirtschaft. Und weiter: „Das hat nichts mit Steuern zu tun, sondern mit der operativen Seite des Fliegens. Wenn Sie das Flugzeug in Deutschland anmelden, dann haben Sie eine deutsche Fluglinie mit allen Regularien, die bei den Einsätzen als Firmenjet alles kompliziert machen und die keiner braucht.“ Auch ein Konzern wie VW zum Beispiel arbeite diesbezüglich genau wie New Yorker. Knapp beteuert die Legalität seines Vorgehens: „Das machen wir seit 25 Jahren so. Es wurde zigmal geprüft, ohne Beanstandung.“

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