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Fun Factory: Modehäuser setzen auf Fenster mit Humor

Knallige Farben, schräge Perspektiven und ungewöhnliche Themen - die Visual Merchandiser haben den Spaß entdeckt


Ein ganz besonderer Sinn für Humor, transportiert über Knallfarben, auffällige Drucke und witzige Gestaltungsideen, spielt momentan in der Mode wie im Visual Merchandising eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt Jeremy Scott hat mit seinen witzigen Gestaltungsideen für Moschino, von Sponge Bob bis McDonald's, maßgeblich zur weiteren Verbreitung des Spaßfaktors beigetragen. Immer ein bisschen schräg und skurril muss es ein. Die Top 5 Schaufenster mit Humor.

Loeb, Bern. „Gadji beri bimba“, das ist keine exotische Fremdsprache, sondern Schweizer Dadaismus. Loeb in Bern nimmt mit seiner Schaufensterdekoration zum Saisonstart Bezug auf die in Zürich entstandene Bewegung, die konventionelle Kunst und bürgerliche Ideale ablehnte. „Fashion is dead, Dada hat gesiegt“, so erläutert Meinrad Freuchter, der Leiter des VM von Loeb, die dahinter steckende Idee, die auch eine Reminiszenz an das berühmte Zitat von Li Edelkoort sei. Scheibe und Wand ziert das Lautgedicht von Hugo Ball, einem der Mitbegründer der Zürcher Dada-Bewegung. Frei von Konventionen ist auch das Arrangement der dekorierten Accessoires: Taschen und Sneaker werden den Schaufensterfiguren ganz einfach auf den Kopf gestellt.



Liberty, London. Muster-Mix total. In diesem Frühjahr wird überall mächtig Druck gemacht. Das gilt bei Liberty London nicht nur für die berühmten Liberty-Drucke mit ihren typischen Blumenmustern, die überall im Haus erhältlich sind, sondern auch für die Gestaltung der Schaufenster. Dort werden die Muster kunterbunt gemixt und finden sich als Tapeten an Rückwänden und Böden wieder. Klassische Schaufensterfiguren sucht man vergebens, stattdessen stehen überdimensionale Papp-Anziehpuppen im Zentrum der Dekoration.

KaDeWe, Berlin. Cuba Libre, schon das Motto der Sommerkampagne der KaDeWe Group ist ein Versprechen. Die Kampagne feiert in allen Häusern die Lebensfreude und die Farbenpracht der Karibik-Insel und ist damit voll im Trend. Laut einer aktuellen Studie der GfK boomt Kuba als eines der Top-Reiseziele der Deutschen in diesem Jahr. Kunterbunt und fröhlich spielen die Visual Merchandiser mit allen gängigen Stereotypen, die man mit der Insel verbindet. Aber auch ein gewisses Maß an Ironie ist vorhanden. So wurde im Eingangsbereich der Supermercado Cuba Libre installiert, der in seiner Eintönigkeit an einen tristen kubanischen Laden erinnert.

L+T, Osnabrück. Das Leben ist ein Abenteuer. Auch L+T in Osnabrück spielt in seiner Frühjahrskampagne mit Sehnsüchten und Fernweh. Die Kunden sollen aufgerüttelt werden, ihre eigene Komfortzone (im Schaufenster symbolisiert durch ein verspiegeltes Häuschen) zu verlassen und das Abenteuer zu suchen. Dargestellt wird es durch die vier Symbole Kaktus, Palme, Welle und Berge, die jeweils mit nicht dazu passenden Tieren kombiniert werden. Da steht schon mal ein kleiner Pinguin zwischen Kakteen. Passend dazu wurden zwölf Sprüche visualisiert, die die Betrachter aufrütteln und zum Nachdenken anregen sollen, z.B.: Abenteuer beginnen, wo Pläne aufhören.



D&G Kids, Mailand. Dass auch Luxusmode und ein bisschen Spaß gut zusammen gehen, zeigen immer wieder die Schaufenster von Dolce & Gabbana. Für den Mailänder Kindermode- und DOB-Store haben sich die Visual Merchandiser diesmal von den unendlichen Weiten des Alls und von der Raumfahrt inspirieren lassen. Die Schaufensterfiguren tragen überdimensionale Glasglocken wie Astronauten auf dem Kopf. Sie stehen in einer Art Mondlandschaft, in der auch die Raumkapsel nicht fehlt.
22.03.2016Redakteur: Anja Haak

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