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Paris Fashion Week: Das Wochenende der großen Namen

Editor's Choice. Die besten Schauen zum Herbst/Winter 2013 aus Paris. Das Wochenende: Haider Ackermann, Chloé, Kenzo, Céline, Givenchy und Akris


Editor's Choice. Die besten Schauen zum Herbst/Winter 2013 aus Paris. Das Wochenende der großen Namen: Chloé, Kenzo, Céline, Haider Ackermann, Akris, Givenchy und Acne. Das Highlight: Die lässige Eleganz  bei Haider Ackermann.

Chloé. Der kommende Herbst/Winter hat bei Chloé eine Farbe: Blau. Designerin Clare Waight Keller tauchte ihre Kollektion in die unterschiedlichsten Blau-Töne – von Nachtblau über Tintenblau und Kobaltblau bis zu hellem Graublau und Eisblau. Der schmale und der leicht schwingende Rock mit hoher Taille spielt darin eine Star-Rolle. Die Looks spielen mit Proportionen sowohl in der Kombination als auch in einzelnen Formen – Beispiele sind das Cape, das vorne kurz und hinten lang ist, das lang gezogene Revers an einem Mantel, die weite Hose mit hoher Taille, die knapp zum Knöchel reicht. Querstreifen und ein gepatchtes Karo sind die Muster der Saison. Diskreter Gold- und Silber-Metallglanz tauchen an abendlichen Styles aus.

Céline. Phoebe Philo will Céline offensichtlich aus der Nische minimalistischer, grafischer Strenge holen. Ihre Kollektion für Herbst/Winter wirkt weicher und gefälliger, runde Formen lösen eckige ab. Asymmetrisch geschlossene Mäntel zeigen Tulpenformen, überschnittene Schultern und dramatische große Kragen. Durch die Kollektion ziehen sich weich schwingende Godet-Röcke aus thermo-geformten glatten Stoffen. Winterweiß, helles Grau und Nude-Töne geben der Kollektion eine gewisse Schwerelosigkeit. Ein Hingucker sind Karo-Muster in drei Variationen in Rot-Schwarz-Weiß.

Kenzo. Zum ersten Mal seit der Übernahme der stilistischen Direktion durch das junge Designer-Duo Humberto Leon und Carol Lim zeigte Kenzo in der Kollektion für Herbst/Winter 2013, wohin die Marke steuert: Sie ist mehr sophisticated und weniger casual-orientiert als in den ersten zwei Saisons, und damit auch erwachsener. Teils glänzende Brokat- und Jacquard-Stoffe bringen eine (Über-) Dosis Dekoration in die Kollektion. In den Silhouetten mischen sich Inspirationen aus Japan, dem Ursprungsland vom Gründer der Marke, Kenzo Takada. Der Kimono-Schnitt steht Pate bei Mänteln und Jacken aus Jacquards und Brokatstoffen in Blau und Bordeaux mit Gold oder Schwarz-Grau-Weiss, die zu Skinny-Pants und gewickelten Miniröcken getragen werden.

Haider Ackermann. Haider Ackermanns Kollektion gehörte wieder zu den Highlights der Pariser Fashion Week. In seiner Kollektion für Herbst/Winter mischen sich Konstruiertes und Unkonstruiertes in Silhouetten, die eine lässige Eleganz ausstrahlen. In dieser Saison spielt darin die Hose – in verschiedenen Formen-Varianten – eine Hauptrolle. Sie taucht in knöchellanger Form kombiniert zum Ausgeh-Blazer aus glänzendem Jacquard in schwarz-grauem Krawattenmuster auf. Oder aus weichem geprägtem Leder zur sportlichen Lammfelljacke in Oliv- und Messingtönen.

Givenchy. Für die Givenchy-Show hat Riccardo Tisci in den Archiven gegraben und die eigenen Kreationen, die er für das französische Designhaus seit acht Jahren erstellt, neu interpretiert und kombiniert. Das Ergebnis: Romantik mit Biker-Attitüde. Rockige Bikerjacken und Nylon-Blousons zu verspielten Rüschenkleidern, Stufen- und teils transparenten Godetröcken, die an die Hippie-Ära erinnern. Blumen-, Ornament- und Fotodrucke verleihen maskulinen, sportiven Oversize-Shirts, kastigen Jacken und Sweats mit Grunge-Anklängen eine feminin-elegante Note. Selbst die knackige Bikerjacke mit Zipper bekommt ein Allover-Blütendessin. Schwarz ist die Basis. Gelb, Orange und feuriges Rot setzen wichtige Akzente. „Eine der Kollektion, die mir am meisten Spaß gemacht haben, in meiner bisherigen Karriere“, urteilt Tisci selbst

Akris. Durchgängig Schwarz. Fast durchgängig – bis auf einige zarte Lichteffekte, die sich durch einen subtilen Print ergeben. Durchgängig schick. Ja, smart. Auf eine lässige Art elegant. Was Albert Kriemler zur Musik von Bach über den Laufsteg schickte, soll eine Hommage an seine vor wenigen Monaten verstorbene Mutter Ute sein. Es heißt, sie habe gerne Rollkragen getragen. Und Blusen/Hosen-Kombinationen. Und solche Dinge sind zu sehen. Der Rollkragen kann aber auch mal nur ein hauchzartes, transparentes Gebilde sein, das ein schmales, schwarzes Shiftkleid zauberhaft am Hals zum Abschluss bringt. Aus dem gleichen transparenten Gewebe sind die Ärmel gearbeitet. Alle diese zauberhaften Kleider können Frauen wirklich tragen. Genauso wie die schlanken Hosen zu modernen Hüllenmänteln, denen man das wunderbare Material schon von Ferne ansieht. Oder wie die raffinierten Anzüge mit kleinen Jacken, die zwar Schwarz von Kopf bis Fuß sind, aber durch das Spiel der Stoffe, durch Transparenz und Glanz dann doch spannend wirken. Ob lässiger Oversized-Pulli mit Riesen-Fischgrat-Dessin oder Fellkostümchen mit Minirock – bei Akris schwingt wie stets ein Hauch von Unvergänglichkeit mit.

Acne. Nach Saisons in London zeigen die Schweden erstmals auf der ganz großen Bühne in Paris. Eins vorneweg: Auch dort können sie mithalten. Oversized Lederjacken mit Stand, Konfektion, neue Maxilängen, teils mit Metallic-Effekten bestimmen den Look. Und das Ganze durchzogen von Drucken, die aus einer Kollaboration mit der Künstlerin Katerina Jebb entstanden sind. Acne-Kreativchef Jonny Johanson und Katerina Jebb sind in die Archive des Musée Galliera abgetaucht und haben sich dort inspirieren lassen. Entstanden sind Fotomontagen, die die Innenseite der Teile zeigen, die sich schließlich als Druck wiederfinden. Diese Dessins wirken teils wie Strukturen und verleihen der Kollektion eine gewisse Dreidimensionalität. Acne fast künstlerisch.

04.03.2013Redakteur: TextilWirtschaft online

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