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Prognosen 2013

Prediction Markets: Die Zukunft liegt im Crowdsourcing


Wäre es nicht schön zu wissen, ob eine Kollektion gut ankommt – bevor sie überhaupt in den Stores hängt? Ob die Kunden Strick von einem Hosenanbieter kaufen würden? Sich schnell an ein neues Unternehmenslogo gewöhnen könnten? Es wäre sehr schön, vor allem betriebswirtschaftlich gesehen. Es ist schön, denn es ist möglich. Man kann diejenigen fragen, die die Kollektion und den Strick kaufen sollen. Diejenigen, die das Logo auf der Brust tragen sollen: die Kunden.



Viele Unternehmen nutzen Crowdsourcing bereits, also das Wissen von Vielen, generiert zum Beispiel mit Hilfe von Internetbefragungen, um neue Ideen und Produkte vor ihrer Einführung bewerten zu lassen. Zuletzt hatte Gap sich sein geplantes neues Logo von seinen Kunden ausreden lassen. „Dermaßen schlecht“, „Ist das deren Ernst?“, lauteten die harmlosesten Posts von US-Bloggern, als Gap den Logo-Entwurf im Netz präsentierte. Kurz darauf die Reaktion des Unternehmens auf seiner Facebook-Seite: „Wir haben verstanden, Ihr wollt das neue Logo nicht.“ Gap hört auf die Kunden – und erspart sich vermutlich einen Imageschaden. Auch Tchibo nutzt bereits das Wissen seiner Filialmitarbeiter zur Beurteilung neuer Produkte und Evaluierung von Marktchancen.

Prediction Markets gehen noch einen Schritt weiter. Sie werden in vielen Branchen als strategische und kostengünstige Alternative zu traditionellen Prognose-Methoden genutzt. Der Grundgedanke sogenannter Prediction Markets (zu Deutsch Prognosemärkte): Auf virtuellen Marktplätzen wird mit Vorhersagen auf in der Zukunft liegende Ereignisse mit ungewissem Ausgang gehandelt. Absatz- und Umsatzzahlen, Akzeptanz von Testimonials, Kampagnen oder neuen Produktideen.

Im Grunde funktionieren Prognosemärkte wie herkömmliche Börsen: Statt Aktien werden Wähleranteile gehandelt. Die Kurse dieser Aktien werden als Vorhersagen interpretiert, die oft treffsicherer sind als gängige Meinungs- oder Expertenumfragen. Teilnehmer, potenzielle Kunden, oder noch effektiver Mitarbeiter mit Insiderwissen, setzen auf einen bestimmten Ausgang der Fragestellung. Anhand der Preisentwicklung, die sich durch die Summe der Kauf- und Verkaufsaktivitäten ergibt, lässt sich ablesen, welche zukünftige Entwicklung die Teilnehmer des virtuellen Marktes für wahrscheinlich halten. Die Qualität der Prognose wird durch ein Anreizsystem gewährleistet. Das können Ranglisten sein, Geld- oder Sachpreise. Am Ende des Prozesses steht eine konkrete Zahl, die den Führungskräften im Unternehmen hilft, Entscheidungen zu treffen. Der Endwert der Aktie hängt vom tatsächlichen Ausgang des Ereignisses ab, das heißt beipsielsweise 1 virtueller Euro pro 10 Stück Absatz.

„Viele Unternehmen nutzen bereits diese Art von Social Forecasting, um den Absatz von neuen Produkten einzuschätzen“, heißt es in der aktuellen Studie „Mikrotrends“ des Zukunftsinstitutes in Kelkheim. Das Unternehmen beschreibt insgesamt 52 Trends, die in Zukunft relevant für die Marktentwicklung werden könnten. Einer davon: Prediction Markets.

Die Abwesenheit von Stabilität – das ist die neue Normalität. Das hat die vergangene Saison im Modehandel deutlich gezeigt. Die klassischen Planungs- und Prognosetechniken stoßen an ihre Grenzen, und so rücken neue Methoden immer mehr in den Fokus.
02.01.2013Redakteur: Jelena Juric

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