logo

Stift rockt

Spätestens seit der Fashion Week in Mailand ist klar: Der Bleistiftrock gehört zu den Aufsteigern der Saison


Der Vorstandsvorsitzende schätzt ihn genauso wie die Bankerin. Während der eine im Stillen vor allem an die sexy Sanduhr-Silhouette seiner Sekretärin denkt, kreisen die Gedanken der anderen vorrangig um ihren sicheren Auftritt in der Männerdomäne. Der Bleistiftrock in italienischer, knieumspielender Länge ist ein Konfektions-Klassiker und als Bedarfsartikel für den perfekten Business-Look seit Jahrzehnten in den Sortimenten verankert. Trotz Verkaufsgarantie umgibt den Look ein angestaubtes, madamiges Image. Kreiert ist er schnell: Rock, Bluse, Stiletto – fertig. Aufwand: gleich null.

Doch nett und adrett war gestern. Der Bleistiftrock spielt seit diesem Herbst keine Nebenrolle mehr in Grau, Schwarz oder Dunkelblau. Er avanciert zum Charakterdarsteller und zeigt endlich Gesicht. Er rockt, der Bleistift. Ob in Glattleder, bedruckt, mit angesetztem Schößchen, allover mit Pailletten besetzt und in Knallfarbe, setzt er zum Absprung aus den mittelmodischen Coordinates-Abteilungen an. Der Bleistiftrock zeigt sich unangepasst und folgt keinem festen Drehbuch. Für die rockige Attitüde sorgt die Silhouette mit einem extrem schmalen Verlauf, mindestens bis zum Knie. Als Kombinationspartner versetzt vor allem Grobstrick den lieblichen Blusen einen Tritt in die hinterste Ecke des Kleiderschrankes. Immer oversized geschnitten, ist obendrüber erwünscht, was für Spannung im Bild sorgt und die Erinnerung an die Sekretärin mit Dutt verblassen lässt. Als Variante zum Strick sind es legere Sweats und schlichte T-Shirts, die für den gewünschten Undone-Touch sorgen. Unverzichtbar sind Stilettos.

Cos & Co. haben den reformierten Bleistiftrock schon im Sortiment, und auch auf den internationalen Laufstegen hat er modischen Rückenwind – ob bei den Frühjahrskollektionen von Les Copains, No21, Burberry Prorsum oder Christopher Kane. Und ein weiterer Grund spricht für den Bleistiftrock: Er erlaubt den Frauen, ein wenig Grande Dame zu spielen. Subtil, versteht sich. Mit kleinen, wohlüberlegten Trippelschritten. Contenance ist allerdings schon erforderlich beim Tragen. Ob beim Platznehmen an der Piazza oder beim Aussteigen aus dem Auto. Da anvanciert der Begleiter wieder zum Gentleman und hält die Türe auf. Diese Rolle spielt der Vorstandsvorsitzende sicher auch gerne, solange die Sanduhr-Silhouette erhalten bleibt.

02.10.2012Redakteur: Nadine Lohner

Eastpak kooperiert erstmals mit A.P.C.

Neon bleibt wichtiger Trend für Accessoires-Sortimente

Gewürzkunde

Die neuen Renner

Einladend offen

Luftige Tuniken laufen trotz Sommerflaute

Paris Fashion Week: Rock 'n' Gothic bei Saint Laurent

Diors Befreiung

Mögen Sie Paprika?

 Drucken