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Stilvorbilder 2013

Modische Inspirationen holen sich Männer gerne im Kino. Reale männliche Stilikonen sind dagegen rar.


Frauen haben es einfacher als Männer. Zumindest, wenn es darauf ankommt, sich in der Modewelt zu orientieren. Denn gerade dort erscheint für sie die Auswahl an ästhetischen Vorbildern grenzenlos. Ob Stilikone, Mode-Diva oder It-Girl. Für Frauen gibt es am Modehimmel zahlreiche Fixsterne, zu denen sie bewundernd aufschauen können. Audrey Hepburn, Jackie Kennedy oder Greta Garbo zählen zu den klassischen Prototypen weiblicher Anmut und Grazie. Zeitgemäße Repräsentantinnen von Mode und Stil sind Michelle Obama, Kate Moss, Victoria Beckham oder Teenie-Idole wie Bonnie Strange und Alexa Chung. Was sie tragen, ist angesagt. Wird in sozialen Netzwerken diskutiert und schließlich zum Trend.

Bei Männern ist das anders. Fragt man sie nach echten modischen Vorbildern, geraten sie ins Grübeln. Zweifeln, ob sie überhaupt solche haben. Woran liegt das? Nun ja. Alle Frauen streben nach Schönheit. Und Männer? Sie sind komplizierter, was ihre ästhetische Orientierung betrifft. Unter ihnen spielt Schönheit eher eine untergeordnete Rolle. Andere Eigenschaften sind da wichtiger und auch für Frauen begehrlicher. Erfolg spielt da eine Rolle, Selbstbewusstsein oder gar Geld. Und welcher Typ Mann gilt heute schon uneingeschränkt als schön? Einer mit breiten Schultern und schmalen Hüften – Ecken und Kanten? Einer mit Vollbart oder weichen Wangen? Mit Glatze oder wilder Mähne? Was ein attraktiver Mann haben muss – das bleibt offen. Und weibliche Idealmaße wie 90-60-90, solche Kennzahlen haben sich für Männer – Gott sei Dank – noch nicht wirklich durchgesetzt.

Was also halten Männer für stilvoll, attraktiv und modisch interessant? Auch bei der Wahl ihrer Vorbilder? Eines ist sicher, Männer wollen cool sein, elegant, lässig und verwegen wirken. Vor allem maskulin sein. Und genau das spricht dagegen, einem anderen offen nachzueifern – zumindest was sein Äußeres betrifft.

Heimlich geht das schon eher. Etwa im dunklen Kinosaal. Denn Leitfiguren für Männer – natürlich gibt es sie. Aber weniger in der Realität, eher im Film. Dort gibt es tolle Hechte und Heißsporne, die durch Ausstrahlung und Attitüde ihr Outfit sexy machen. Eine Figur wie James Bond steht dafür, und sein Erfolg bei Frauen gibt ihm recht.

Filmgrößen wie Cary Grant, James Dean oder Steve McQueen verkörpern in ihren Auftritten für viele immer noch den Inbegriff von männlichem Stil. Doch wer ist jetzt bei den Männern angesagt? Zu den Typen, die für Bewunderung sorgen, gehört Daniel Craig, der in „Skyfall“ als Burnout gefährdeter James Bond im Tom Ford-Anzug von sich überzeugt. Auch Ryan Gosling, der als wortkarger Stuntman in „Drive“ brilliert. Zu Lederhandschuhen trägt er dabei einen silbrig schimmernden College-Blouson. Einen modischen Aufsteiger der Frühjahrs-Saison. Oder dunkelblauen Denim allover. Für dezente, smarte und progressive Looks steht hingegen Schauspieler Michael Fassbender, der wegen seiner kraftvollen und doch kühlen Art als neuer Männertypus gefeiert wird. In „Shame“ zeigt er als sexsüchtiger Yuppie, wie modern Sakko, Mantel oder Daunenweste getragen werden, bevor die nächste Bettszene beginnt.

Mode, Look und Styling – natürlich lassen sich auch Männer davon beeindrucken. Besonders wenn alles in eine ausdrucksstarke, actionreiche Erlebniswelt eingebettet ist. Und diese transportieren coole Leinwandhelden nun mal besser als Personen wie Jogi Löw, Harald Glööckler oder Bryanboy.

02.01.2013Redakteur: Sebastian Schwarz

Store to watch: Siebter Himmel, Köln

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