Es ist nicht nur der Schauenkalender, der Newcomern in Berlin viel Raum lässt. Es sind vor allem die vielen Initiativen, die sich um die Talente bemühen, sich kümmern, die Besten herausfiltern, die Professionellen unter ihnen, diejenigen, die auch einen (Business-)Plan haben, ihnen Starthilfe geben. Premium Young Designers Award. Start your Fashion Business. Allen voran der Berliner Mode Salon. Nicht wenige, darunter Augustin Teboul und Achtland als aktuell vielleicht prominenteste Beispiele, sind mittlerweile zu richtungsweisenden Kollektionen herangewachsen. Und Highlights in progressiven Contemporary-Sortimenten.

In dieser Saison ist neben Marina Hoermanseder, die die Grenzen zwischen Bondage, Fetisch, Orthopädie und Mode verschwimmen lässt, und Charlotte Ronson, der Rebellin, die ein wenig Hollywood nach Berlin bringt, vor allem Bobby Kolade aufgefallen.

Er gehört zur neuen Garde, fleißig, zielstrebig. Das Handwerk bei den Großen der Branche gelernt. Maison Martin Margiela, Balenciaga. Er zeigt zum ersten Mal in Berlin, es ist seine dritte Kollektion, und jeder weiß bereits, was Kolade kann: Mantel-Hybride, Material-Mix. Eklektisch, ohne an Leichtigkeit zu verlieren. Für manche Teile verwendet er ein Dutzend verschiedener Materialien, bevorzugt Wolle, Wildseide, Chiffon, Lamettastrick. Und Baumrinde. Die hat Bobby Kolade so lange mit einem Hammer bearbeitet, bis sie optisch wie Leder anmutet. Wie gesagt: fleißig ist er.