Für viele Einkäufer ist es ein Nebenschauplatz. Dennoch: Die Schauen der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin liefern früh in der Saison Impulse für die Orderrunde. Ob Modeschule oder Mode-Imperium, ob kommerziell oder progressiv: Die Designer richten das Brennglas auf vielversprechende Outfits und starke Statement-Stücke, die Sortimente neu aufladen können.

Für den Modehandel kommerziell wichtige Kollektionen wie Marc Cain und Riani zeigen sich beschwingt. Marc Cain propagiert tropisches Urlaubsfeeling mit Muster-Mix Deluxe, angereichert mit sportiven Elementen. Der Look, der dafür am offensichtlichsten steht: Fliegerseide-Weste über Stripes-Shirts zu Pencil-Skirt mit Palmendruck. Dazu flache Loafer, als Mules getragen. Riani geht einen Schritt weiter, dreht sogar Spitzenkleider und altehrwürdige Bouclé-Blousons auf Sport.

Für viele die Show mit der größten Strahlkraft: Odeeh. Die Tapeten-Dessins, angelehnt an Originale aus den 30ern und 70ern. Durch das Styling mutet alles ein wenig japanisch an. Das neoprenartige Piqué. Die neuen Ideen für Ärmel. Die gefühlvollen Farbkompositionen. Nicht weniger stark: Lala Berlin. Hauptaugenmerk liegt wie immer auf den Prints: Leo, urban. Der typische Kufir-Print. Und zum ersten Mal Paisley, so modern hat man das traditionsreiche Dessin selten gesehen.

Wichtige Impulse liefert auch Dorothee Schumacher. Ein zeitgemäßes Sammelsurium aus Sport- und Retro-Elementen. Regenmäntel mit langen Straps, gerüschte Seventies-Minikleider, ein starker Fokus auf Hosen mit Rüschen oder Schlitzen durchsetzt oder gleich als Hosenrock gearbeitet. Warum die Designerin ihrer tragbaren Kollektion den Hashtag #Traumwelt verpasste? Es sind die Prints und Bestickungen. Hieronymus-Bosch-artige Kompositionen aus Unterwasserwelt und Weltraum. Dazu Applikationen, inspiriert von Kachina-Puppen der Hopi Indianer Arizonas, die Dorothee Schumacher von ihrem Arizona-Urlaub mitbrachte. Traumhaft.