SCHUMACHER. Dorothee Schumacher agiert vorne mit auf internationalem Niveau. Wie stets auch diesmal ein modisches Highlight der Tage in Berlin. Gibt es einen größeren Kontrast zwischen geometrischer Strenge und dem lustvollen Spiel mit Comic-Elementen? Einen spannenderen Gegensatz als den von Neopren-ähnlichen Materialien und fließender Seide? Schumacher zeigt all dies – und führt es zusammen zu modernen, urbanen Looks. Zarte Asien-Prints zum strengen, schwarzen Ledermantel, der aber durch Lasercut-Partien ganz leicht und transparent wird. Kurze Kleider in A-Linie mit geradlinigen Farbflächen genauso wie körpernahe Bustierkleider oder kniebedeckende mit schwingendem Rock, der asymmetrische, kleine Transparenz-Streifen aufweist. Schließlich die Dessins: wie kleine Feuerwerke, Palmeninseln. Doch durch ihre lineare Gegenspieler und seifenblasige Minimals immer äußerst modern und eigenwillig konterkariert.

Gallery: Lala Berlin F/S 2014



LALA BERLIN. Die stärksten Muster von Berlin. Sensationelle Prints, aufsehenerregende Intarsien. Coole Looks von herber, oversized Weste über Bluse im Mix eines Alloverdessins. Lässige, fließende Anzüge, bestehend aus oversized Blazer zu Bermudas. Zugleich zeigt Leyla Piedayesh duftige, bodenlange Blusenmäntel mit einem aquarelligen Dessin. Minikleider mit eckigen Lasercut-Ausschnitten und ungewöhnliche Pullis mit Grobstrick-Ärmeln, aber freier Schulter. Lala Berlin ist längst viel mehr als Strick. Ein Must-see in Berlin.

Gallery: Malaikaraiss F/S 2014



MALAIKARAISS. Malaika Raiss, die Aufsteigerin. Schon mit ihrem ersten Auftritt im Sommer 2011 sorgte sie für Aufsehen auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. Mit cleanen Silhouetten, kommerzielle Styles, mit besonderen Oberflächenstrukturen, einer eigenen Haptik und überraschenden Prints. Sie entwickelt eigene Stoffe, Brokate mit Digital-Prints, handbedruckte Seide und Plissee-Leder. Seit ihre Kollektion von dem Online-Portal brands4friends unterstützt wird, spielt sie in einer anderen Liga mit. Die Kollektion zum Frühjahr 2014 „Gypset“ spielt mit praktischen und stilvollen Outfits mit Gypsy-Elementen.
Sie wirkt entschlossener denn je, auch wenn sie romantischer als noch zuletzt daherkommt: Ornamentale Prints in Pudertönen treffen auf klares Blau und leuchtendes Flamingo. Im Mix mit fließenden Silhouetten und dem Spiel mit Volumen verwandeln diese den Look in den typischen Malaikaraiss-Look: ein Jet-Set-Sommer mit Einflüssen der späten 60er-Jahre. Grobes Seiden-Fischgrät, beschichtetes Leinen, Organza und Dupion-Seide gehören dieses Mal zu den innovativen Materialien.



Gallery: Achtland F/S 2014



ACHTLAND. Kein „echter“ Nemcomer mehr, aber neu im Berliner Schauenreigen. Mit einer viel beachteten Präsentation im Hotel de Rome im Januar katapultierte Achtland seine Macher in die Liste der „100 wichtigsten Deutschen“ der Bild-Zeitung. Gut, noch ist das kein Gradmesser in Sachen Stil. Aber immerhin. Es schadet nicht. Oliver Lühr, Absolvent des Central Saint Martins Colleges, und Wirtschaftswissenschaftler Thomas Bentz sind bekannt. Bekannt für ein Label, das in Deutschland produziert wird und nach einer keltischen Königin benannt wurde. Bekannt für eine DOB-Kollektion, die der Berliner Tristesse trotzen will. Mit markanten Gegensätzen: Leder mutet wie Strick an. Waffelpikee wird zu ganz leichten Seiden gestellt. Weiche Biesen haben etwas Rüstungshaftes. Zum Sommer 2014 geht das eklektische Spiel weiter: Seidengeorgette und Pastelltöne werden durch klare Silhouetten gestärkt. Zarte Seide gewinnt durch Dekonstruktion an Form: Sie wurde in Bahnen zerrissen und anschließend neu zusammengefügt. St. Gallener Spitze aus den Fünfzigern kommt für Blousons zum Einsatz. Nur noch übertroffen von reichen Stickereien.



Gallery: Ivanman F/S 2014



IVANMAN. Ein echter Newcomer. Ein starker Newcomer. Die Kollektion, die 2010 lanciert wurde, ist für starke Männer gedacht. Ivan Mandzukic sieht sie in klaren, minimalistischen Silhouetten. Classic-fit, pur, geometrisch. Mit markanten grafischen Details, die durch Origami-Falttechniken entstehen. Kubistische Formen treffen auf klare Farben wie Schwarz und Weiß. Als Experiment: Rosa. Im Fokus: Trenchcoats und kragenlose Jackets, die der Serbe und Esmod-Absolvent zu Shorts stellt.

Mitarbeit: Gudrun Allstädt