#Londonisopen. Damit versucht Bürgermeister Sadiq Khan Investoren und Touristen nach dem Brexit weiter für die britische Hauptstadt zu gewinnen. Und es ist in gewisser Weise auch das inoffizielle Motto der ersten Fashion Week nach dem Brexit. Natürlich hat sich auch das British Fashion Council Khans Kampagne angeschlossen und einen eigenen Werbefilm für die britische Modebranche gedreht. Immerhin exportierten die Briten 2015 Mode im Wert von 5,8 Mrd. Pfund (6,77 Mrd. Euro).

Vielleicht ist es ein Zufall, vielleicht glückliche Fügung, dass die erste Londoner Fashion Week nach dem Brexit auf das „Open House“-Weekend fällt. Ein Wochenende lang öffnen Gebäude, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, ihre Türen. Und in gewisser Weise macht das auch die Modeindustrie.



Und erstmals findet ein Teil der Schauen mitten im Old Spitalsfieldmarket statt. Hier hat Topshop seinen Catwalk umgeben von Ständen lokaler Manufakturen. Durch diese können auch Besucher des Spitalfieldmarkets Schauen von House of Holland oder Topshop sehen. Und Looks gleich auch online oder in den Filialen kaufen.



See now, buy now. Nach New York prägt das Thema auch die Londoner Fashion Week. Topshop zeigt eine ganze Kollektion. Die Show wird live übertragen, unter anderem auch auf einem riesigen Bildschirm im Schaufenster der Filiale und läuft dort auch nachts noch in Endlosschleife. Ein paar Straßen weiter wird im Burberry Flagship Store an der Regent Street innerhalb weniger Stunden die Dekoration und das Merchandising auf Christopher Baileys „September Kollektion“ umgestellt. Am Morgen waren die Schaufenster noch mit weißem Papier verklebt. Dazu ein Hinweis auf die Show. Die findet am Abend im Makers House statt. Die neue Show Location ist danach eine Woche lang für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier werden Londoner Kunstgewerbler ihre Ateliers betreiben und ihr Handwerk zeigen. Schauspieler lesen aus Virginia Woolfs Roman Orlando, der Inspirationsquelle für die neue Kollektion war. Nach der Show sind die Looks online und in ausgewählten Stores erhältlich.

Ebenso wie eine kleine Kapsel bunter Sprüche-T-Shirts, die Henry Holland am Schluss seiner Show zeigte. Oder wie ausgewählte Looks der Preen by Thornton Bregazzi. Schwarze Skinny-Jeans mit Knee-Cut und Rüschen, geraffte Poloshirts. Eine Farbigkeit, wie man sie auch in den H&M-Schaufenstern in der Oxford Street sieht. Dort marschieren die Schaufensterpupppen über einen imaginären Catwalk. Fashion Week für die Straße.

Auf dem Laufsteg dominierten nach wie vor die Achtziger. Lackkarottenhose zum Top mit Zebrastreifen bei Topshop bis zum Denim-Kostüm mal in Weiß wie bei Preen by Thornton Bregazzi. Peter Pilotto verzieren Denim mit karibischen Applikationen in Eighties-Neonfarben. Und selbst eine Donatella Versace kann sich ein wenig Discoglam nicht verwehren.