Viel Leder, viel Schwarz und markante Schultern: Der mit Spannung erwartete Start von Anthony Vaccarello bei Yves Saint Laurent hat gestern im zukünftigen Firmensitz des Pariser Modeunternehmens stattgefunden. Mit anderen Worten, auf einer Baustelle. YSL wird erst 2018 in ein früheres Gebäude des französischen Verteidigungsministeriums einziehen. Vaccarellos Baustelle ist es nun, die Nachfolge von Hedi Slimane anzutreten. Zur Premiere kam auch Jane Birkin mit ihren Töchtern Charlotte Gainsbourg und Lou Doillon sowie die früheren und heutigen Chefs von Saint Laurent, Pierre Bergé und François-Henri Pinault, Präsident von Kering, dem Mutterunternehmen von Saint Laurent.

Der neue Kreativdirektor präsentierte in dem Rohbau Silhouetten, die an die 80er Jahre erinnern. Viel Schwarz – die Lieblingsfarbe des Gründers der Marke. Viel Leder. Tops und Jacken mit gepufften Ärmeln, um die Schultern zu markieren. Asymmetrische und tief ausgeschnittene Dekolletés. Stilettos. Viel Glanz, mit Lackleder und Lamé. Und viel Sex-Appeal, für den sich Vaccarello in seiner jungen Karriere bereits einen Namen gemacht hat. Er nähert sich dem großen Erbe sensibel an: Vaccarello greift immer wieder typische Saint Laurent-Elemente auf, wie das Smoking-Jacket, mildert aber das androgyne, teils spröde Bild durch Cut-outs und betonte Schultern. Alles in allem weniger scharf als unter Hedi Slimane.