Vorhang gelüftet. In Florenz hatte Hugo, die progressive Marke aus dem Hause Hugo Boss, einen großen Auftritt. Vor den Augen mehrerer hundert Einkäufer, Journalisten und Influencer zeigte Kreativ-Vorstand Ingo Wilts, mit welchen Mitteln er in Zukunft die Gunst der hochmodischen Klientel gewinnen will.

Am Abend des ersten Messetages von Pitti Uomo fand die Show unter freiem Himmel in den massivem Gemäuern einer leerstehenden alten Tabakfabrik statt. Eine aufwendige Licht-, Sound- und Pyro-Show begleitete das Defilee der Womens- und Menswear-Looks für Frühjahr 2018, die hier erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurden.

Ein modisches Schlüsselelement der Kollektion sind Drucke, die in Zusammenarbeit mit dem Designer Charles Jeffrey entwickelt wurden. Sie zeigen sich plakativ auf Mesh-T-Shirts für Männer, handgemalte Dessins zieren Organza-Kleider für Frauen. Bei den Silhouetten habe man sich an der allerersten Hugo-Kollektion aus dem Jahr 1993 orientiert. Outerwear in Oversize und entspannte Hosentypen sind Kern-Produkte. Workwear-Elemente wie große Pattentaschen zieren sowohl feminine Blusen als auch lange Overcoats und gecrashte Cargo-Shorts.

Damit zollen die Metzinger auch dem Anspruch Tribut, mehr ins Wachstumsfeld Casualwear zu investieren. Auch Accessoires spielen eine zentrale Rolle. Sneaker und Schnürer kommen in der Menswear mit fetten Böden, Taschen in Seesack-Größe. Die Womenswear fokussiert im Styling auf minimalistische Taschen, lange Ohrringe und Perlenketten. Formalwear, eine starke Bastion der Marke, war dennoch Teil der Show, jedoch progressiver und plakativer inszeniert, etwa über Allover-Wordings auf sonst formellen Teilen. Nicht zuletzt pushen die Metzinger hier ein neues Silhouettenspiel, insbesondere mit deutlich weiteren, locker fallenden Hosen.

Doch nicht nur modisch geht Hugo damit in eine neue Richtung, öffnet sich stärker progressiver Casualwear. Auch in Kommunikation und Inszenierung ist der Antritt neu. Hier gibt es eine neue Hinwendung zu digitalen Themen. Die Show wurde in den sozialen Medien angeteasert, begleitet und gestreamt, verschlagwortet unter dem Hashtag #IamHugo. Nicht zuletzt setzen die Metzinger dabei auch auf Follollower-starke Influencer wie Anwar Hadid, die vor allem auf Facebook und Instagram als Models und Markenbotschafter zugleich fungieren.

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