Die Menswear reißt das Ruder rum. Nach Skinny-Arien, zahlreichen Saisons, in denen die Silhouetten sich schlank und schlanker zeigten, pushen die internationalen Designer jetzt mit Nachdruck Looks mit mehr Volumen. Von London über Mailand und Paris bis jüngst New York ist das Bild beeindruckend einheitlich. Die Extra-Portion Stoffeinsatz zieht sich um den Globus. Vor allem Hosen sind Experimentierfeld Nummer eins, wenn es um neue Formen geht.

Officine Generale zeigt sich als modernisierten Klassiker, als Bundfalte mit reichlich Raum, sodass auch die Hände locker in die Hosentaschen passen. Das Bein bleibt jedoch verkürzt, oft mit Umschlag in Form gebracht. Umit Benan bleibt zwar auch dem freien Knöchel treu, lässt die Leibhöhe jedoch nach oben rutschen und verbreitert das Bein im gesamten Verlauf. Ähnliches gilt für die Luxus-Streetwear von Ordinary People, zu sehen auf der Männerschau-Premiere in New York. Ermanno Scervino setzt beim Mailänder Defilee noch einen drauf und bringt lockere Denims in Überlänge, die sich fast in der Sandale verheddern. Die weiten Drawstring-Hosen von MSGM schleifen ebenfalls fast auf dem Boden.

Doch es geht auch eine Nummer dezenter. Marni beispielsweise lässt Hemdkragen und Overshirts auf Übergröße heranwachsen. Auch Zutaten wie Knöpfe unterliegen dem Supersize-Motto. No21 zieht die Säume der Statement-Strickstyles gen Boden, und Dries van Noten bringt reihenweise Big Bermudas zu Shirts mit Morgenmantel-Attitüde. Entspannter kann eine Look-Revolution kaum rüberkommen.