Ganz neu im Geschäft oder auch schon etwas länger. In jedem Fall frisch, kreativ und eigenständig. Während der aktuellen Schauenrunde von New York bis Paris hat sich gezeigt, dass zunehmend kleinere, unaufgeregte Defilees Beachtung finden. Journalisten und Blogger suchen neue Geschichten. Die Bilder gehen bereits um die Welt. Einkäufer suchen nach neuen Namen, die sie ihren anspruchsvollen Kunden präsentieren können und experimentieren in Maßen. Wer ist ein möglicher Aufsteiger? Das sind fünf Namen, auf die man jetzt schauen sollte:

Gallery: Sacai F/S 2015



Sacai. Brüche und Gegensätze sind typisch für die Arbeit von Chitose Abe, die hinter Sacai steht. Dieses Mal kreuzt sie feminine Spitze mit strengen Offiziersjacken und Hippie-Blümchen mit Army-Elementen. Auch gekonntes Layering, oft unterschiedlichster Materialien, ist charakterstisch für die Handschrift der Japanerin, die ihre eigene Kollektion eigentlich mit Strick startete. Zuvor arbeitete sie unter anderem für Comme des Garçons. Ihr eigener Look ist aber wesentlich verständlicher. Seit sie ihre erste Kollektion zum Herbst 2010 in Paris präsentiert hat, ist sie stetig im Aufwind.

Gallery: Julian David F/S 2015



Julian David. Der junge Franzose ist schon ein Star. In New York an der Parsons School ausgebildet, in Tokio lebend, wird er von der internationalen Presse stark beachtet. Der wegweisende Pariser Concept Store Colette hat ihm während der Schauenwoche ein Fenster gewidmet. Die Kollektion verbindet Streetwear-Einflüsse in gebondetem Jersey – natürlich Graumelange – mit zarten, femininen Tops. Teile mit Stand, die trotzdem große Dynamik ausstrahlen. Unbedingt weiter beobachten. David macht übrigens auch Männermode. Darunter aktuell eine publikumswirksame Kooperation mit Quiksilver.

Gallery: Gauchère F/S 2015



Gauchère. Höchster Anspruch an Qualität. Mit Blick auf Stoffe und deren Verarbeitung. Ein abgeräumter Look. Clean, modern. Im Spiel von Materialien – Python zu perforierten High Tech-Stoffen. Klar die Farben, sensibel der Look. Was Marie-Christine Statz kreiert, hat von Anfang an international für Interesse gesorgt. Opening Ceremony in New York zählen zu ihren Kunden wie Le Bon Marché in Paris. Und zum Frühjahr 2015 hat sie die Betrachter erneut verzaubert mit ihrer sensiblen Kollektion.

Gallery: Cedric Charlier F/S 2015



Cédric Charlier. Seit drei, vier Saisons rückt der Franzose stärker auf den Radar internationaler Einkäufer. Mal mit zarten Seidenblusen. In dieser Saison vor allem mit smartem Tailoring, das aussieht als wäre es von innen nach außen gekehrt. Auffällige, außenliegende Stitchings und Nähte, wie abgeschnittene Ärmel stehen dabei für Modernität. Als Gegenpol dazu: feminine, zarte Rüschen. Ein spannungsreicher Kontrast.

Gallery: Stella Jean F/S 2015



Stella Jean. In Mailand gilt sie seit drei Saisons als Austeiger. Ihr Protegé: Giorgio Armani. Internationale Online-Stores wie Matchesfashion.com und mytheresa.com führen die Kollektion bereits. Von Beginn an hat sie mit ihrem eigenwilligen Mustermix ihre ganz eigene Handschrift etabliert. Inspiriert von ihrer haitianischen Herkunft mixt sie Blumen-, Tier- und Landschaftsmotive im wahrsten Sinne kunterbunt miteinander. Achtung Marni, Konkurrenz! Dazu kommen diesmal oversized Baseballshirts als frischer Kontrast.

Eine ausführliche Catwalk-Analyse lesen Sie in der TW 42 vom 16. Oktober 2014. Die digitale Ausgabe steht bereits am 15. Oktober 2014 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.