Wer beerbt Jil Sander als Kreativchefin des Modekonzerns, der ihren Namen trägt? Welcher Designer ist wagemutig genug, in die riesigen Fußstapfen der deutschen Modeikone zu treten? Die Frage bewegt die Branche. Wir stellen einige Kandidaten vor, denen wir die Aufgabe zutrauen.

Ein internes Designteam soll nach dem jüngst angekündigten dritten Weggang der Kreativchefin die nächste Kollektion des Modekonzerns erstellen. In Mailand, wo der Konzern seinen Sitz hat, spekuliert man allerdings offen über potenzielle Kandidaten für den Chefposten. Dem Vernehmen nach soll es in absehbarer Zeit wieder einen Oberdesigner geben.



Und es gibt sie durchaus – Designer, denen diese XXL-Aufgabe zugetraut wird. Man spricht etwa über Andrea Colangelo, seit Jahren ein hochgehandeltes Talent mit eigener Kollektion, der schon für Labels wie Versace und Roberto Cavalli gearbeitet hat. „Ich weiß von nichts und wurde noch nicht kontaktiert“, sagte er jüngst am Rande einer Präsentation. „Das wäre aber eine tolle Aufgabe. Vom Stil her fühle ich mich der Marke Jil Sander sehr nahe.“



In Italien gelten fast zwangsläufig Italiener als Favoriten für die Nachfolger der Grande Dame – so auch Andrea Incontri, ein weiterer Aufsteiger mit eigenem Label, aktuell in aller Munde.



Doch auch der Belgier Nicolas Ghesquière, ehemals Balenciaga, traut man der Nachfolge zu – er sei ein besonnener Intellektueller wie Jil Sander und auch wie sein Landsmann Raf Simons, Kreativchef von 2005 bis 2012.



Und wie wäre es mit dem Franzosen Christophe Lemaire? Er hat Erfahrung in der Zusammenarbeit mit großen Häusern wie derzeit Hermès und zuvor Lacoste und auch eine gefeierte eigene Linie mit zeitgemäßen Looks.
Wer auch immer die Kreativleitung bei Jil Sander ohne Jil Sander übernimmt – er muss groß denken. So wie die Designerin selbst, die bei ihrer dritten Rückkehr zum Modekonzern 2012 in einem Interview sagte: „Ich will die ganze Welt neu anziehen“.