Während sich Denim kommerziell im Moment im Markt eher schwer tut, haben die internationalen Designer den blauen Stoff wieder voll für sich entdeckt. Und zwar in allen nur erdenklichen Spielarten. Als Jacke, Bluse, Mantel und Kleid genauso wie als Latzrock oder Anzug. Als Hosen sowieso. Aber auch in den Waschungen zeigt sich die komplette Palette: von Raw und dark wie etwa bei Kenzo oder Zinco über extremen Acid-Wash bei Gucci bis zu typischen mittelblauen 80er Jahre Waschungen.

Kein Wunder, die Eighties bestimmen stilistisch enorm stark. Da darf Denim, der in den 80ern seine Hoch-Phase hatte, natürlich nicht fehlen. Von Karottenjeans und Bermudas über das Jeanshemd mit Perlenkette bis zur Jeansjacke mit Teddykragen ist alles dabei. Die Generation der Baby-Boomer und über 40-Jährigen hat das alles schon mal mehr oder weniger genauso getragen. Besonders innovativ sind die Interpretationen bei Miu Miu, Stella McCartney, Lutz Huelle und Sonia Rykiel. Miuccia Prada spielt zum Beispiel für Miu Miu mit Hell-Dunkel-Kontrasten für Kastenjäckchen, Blusen, Fieldjackets und weite Cargo-Pants, gerne auch mal für komplette Outfits.

Denim allover inklusive Stiefeln ist ohnehin ein Thema, das immer wieder auftaucht. Nicht nur Karl Lagerfeld für Chanel zeigt zu seinen Jeans-Bouclé-Kostümchen mitunter Denim-Stiefel. Stella McCartney aktualisiert ihre Denimkleider mit Schnürungen oder zeigt Jeansmäntel, die nach verlängerter Jacke aussehen. Lutz Huelle präsentiert dekonstruierte Jeansjacken, die mit Pailletten glamourisiert und veredelt werden. Kein Grund also zur Depression. Sondern vielmehr jede Menge Push für die Blue Zone, die auf Sicht auch das kommerzielle Business wieder ankurbeln könnte.