Nach Berlin der nächste Termin für die Modebranche: Kopenhagen. Gerade in den vergangenen zwei Saisons ist die skandinavische Metropole für deutsche Einkäufer wieder mehr in den Fokus gerückt. Die wachsende Bedeutung von Contemporary Fashion in den Sortimenten hierzulande lässt sie wieder verstärkt auf die Mode aus dem Norden schauen. Auf dem Plan: Trendweisend und für neue Labels hauptsächlich die Messe Gallery. Zur Inspiration die Schauen der wichtigsten skandinavischen Designer. Seit Mittwoch zeigen die großen Namen ihre Kollektionen für F/S 2014. Henrik Vibskov, Wood Wood, Baum und Pferdgarten, Bruuns Bazaar und By Malene Birger - insgesamt stehen rund 30 Defilees auf dem offiziellen Schauenplan. Editors Choice: Das sind die Top 3 Schauen:



Baum und Pferdgarten.
Das Label von Rikke Baumgarten und Helle Hestehave hat diese Saison nochmal einen Schritt nach vorne gemacht. Die Kollektion wird mittlerweile in 20 Ländern vertrieben. Entsprechend sind die ersten Reihen bestückt: Neben Einkäufern von Illum in Kopenhagen und Urban Outfitters sitzen große Onliner wie Zalando und My Wardrobe. Zeitgemäß und produktverliebt, lautet dann die Bilanz des Urban Outfitters-Einkäufers nach der Show. Zeitgemäß: Der neue Anzug aus Shorts mit Stand und Bikerjacke in Lindgrün. Oder die Skinny in Kombination zum kastig geschnittenem Top als Set in Leo allover. Ein weiteres neues, modernes Outfit: die Joggingpants zum Kimonoshirt. Produktverliebt: Ein großer Fokus wurde auf Jacken gesetzt. Motoinspirierte Styles kommen im Materialpatch und mit femininen Details. Ein geräumiger Doubleface-Mantel gehört zu den Highlights. Wunderschön verarbeitet, ohne kitschig zu sein: Spitze.



Bruuns Bazaar. Seit April ist Lene Borggaard neue Kreativchefin des dänischen Designhauses. Wieder. Denn die Designerin war bereits von 1999 bis 2007 für die Handschrift von Bruuns Bazaar verantwortlich - die erfolgreichsten Jahre des Labels. Daran wollen die Macher nun anschließen. Modisch hat und soll sich nichts an der Ausrichtung ändern. Die cleane Handschrift, die von der ehemaligen Designerin Rebekka Ray geprägt wurde, bleibt. Und wird weiter verfeinert Richtung Modern Daywear mit luxuriösen sportiven Elementen. Zum Sommer 2014 kommt das über monochrome Looks aus fließenden Materialien zum Ausdruck. Simple Shirts und leicht verkürzte Slimpants formen den neuen Hosenanzug. Die weiße Hemdbluse wird zum wichtigen Baustein jedes Looks. Ob als Hauptdarsteller ganz pur oder als Spielteil im Lagenlook. Genauso der Sweater mit bedruckter Lederfront. Ein Aufsteiger, den es zu beobachten gilt: die extra weite Nadelstreifenhose. Farblich ist die Palette wie gewohnt schmal mit Schwarz und Weiß sowie Dunkelblau und Grau. Unerwartet knallig, daher wirkt es fast deplatziert: Pink.



Designers Remix.
Die beeindruckendste Location der Copenhagen Fashion Week. Designers Remix zeigt im Aquarium zwischen Haien und Rochen. Vielleicht eine Analogie? IC Companys, zu dem Designers Remix gehört, segelt zurzeit durch unruhige Gewässer. Umsatz runter, Gewinneinbruch. Die Show bleibt davon unberührt: tolle (teure) Location, tolle (teure) Materialien, tolle (teure) Mädchen. Und eine klare Aussage: Der Sommer wird Schwarz und Weiß. Die ersten zehn Looks haben die gleichen Zutaten: Leder und Spitze in Schwarz, panzerartig, schmal, ein Hauch Grunge, doch sportiv. Der schwingende Rock als Überraschungsmoment und sicherer Aufsteiger für progressive Sortimente. Der Look der Stunde: Shorts, Cropped Top und Blouson, ganz pur und in Weiß. Weiß wird ohnehin als wichtigste Farbe zum kommenden Sommer eingeschätzt. Doppelte Zipper wie bei Neoprenanzügen und nassglänzende Materialen referieren das Kollektionsthema "Le Grand Bleu".