Nach New York ist die Modebranche in die britische Hauptstadt weitergezogen. Bis zum 18. September werden auf der London Fashion Week über 60 Kollektionen präsentiert. Zu den Highlights wird sicherlich wieder die Show von Burberry Prorsum am Montag Nachmittag gehören. Stella McCartney zeigt nach einer Ausnahme in der vergangenen Saison wieder in Paris. Victoria Beckham letzte Woche bereits in New York. Auch wenn die beliebten britischen Designerinnen ihre Kollektionen in anderen Modestädten über den Laufsteg schicken: London zeigt sich unbeeindruckt und zehrt weiterhin von der guten Olympia-Stimmung. Die besten Kollektionen der ersten zwei Tage:

SASS & BIDE. Selbstbewusster als noch zuletzt zeigt sich Sass & Bide. Mit einem aufgebesserten Konto im Rücken, vergangenes Jahr soll es Medienberichten zufolge eine großzügige Finanzspritze gegeben haben, und vielen neuen, angesagten Gesichtern auf dem Laufsteg hat die Präsentation ein gutes Stück gewonnen. Modisch dominiert das Spiel zwischen feminin und maskulin. Der Smoking steht dabei im Fokus. Besonders gelungen in einer Kombination aus Oversized-Weste und Bundfaltenhose. Die Designerinnen Heidi Middleton und Sarah-Jane Clarke haben sich, wie viele andere Kollegen, von dem starken Signal der vergangenen Saison leiten lassen: Ruhe. Viel Schwarz und Weiß. So zeigt Sass & Bide viel weniger Ethno-inspirierte und geschmückte Teile, was der Kollektion gut tut. Es gibt nur wenige Spielteile: punktuell gesetzte Schößchen, goldene Schließen an Jacken und Blazern und kleine Schluppen. Am Kragen passiert ohnehin sehr viel. Der Bubikragen-Trend geht weiter.

DAKS. Am meisten bejubelt vom Schauenpublikum und in der britischen Presse wurde bis jetzt die Präsentation von Daks. Allen voran der Fortschritt der Designerin Sheila McKain-Waid, die erst seit einem Jahr an Bord ist. Zum Sommer 2013 zeigt sie einen kantigen, fast skulpturalen, abgeräumten Look. Leichte O-Shapes in Jacken und Mänteln, fließende Seidenkleider und Nylonjacken verleihen der Kollektion etwas sehr Leichtes. Durch  Lagen und Stoffe mit verschiedenen Transparenzen entstehen unterschiedliche Ausschnitte und Silhouetten. Schwarz und Weiß dominieren auch hier, softes Apricot, Camel, Terracotta und Grau lassen das Bild weicher erscheinen. Das Signiture-Karo kommt diese Saison als aufgedruckter Pinselstrich.

HOUSE OF HOLLAND. Nach dem starken Farbsignal der vergangenen Kollektion setzt House of Holland dieses Mal alles auf Prints. Großflächige Checks, Schachbrettmuster, Minimals und Blumendessins zieren viele Teile, meist allover und miteinander kombiniert. Strickmützen und Batik-Effekte sollen einen Hauch Grunge in die Kollektion bringen. Die hätte es allerdings nicht gebraucht. Der Mix von Grunge und Pop-Colours will ohnehin nicht richtig gelingen. Die Botschaft ist dennoch klar: Aus dem Look der 90er Jahre kann und sollte man noch mehr herausholen. Und im Sommer 2013 kommt keiner an Brokat und Weinrot vorbei.