Nicht nur die erste Kollektion von Jason Wu für Boss ging am Mittwoch über den Laufsteg. Bei der New York Fashion Week zeigten auch Oscar de la Renta, Narciso Rodriguez, Proenza Schouler und Michael Kors. Im Fokus: Moderne Großstadt-Looks.  



OSCAR DE LA RENTA. Mit über 55 Looks gehört Oscar de la Renta zu den umfangreichsten Kollektionen, die bisher auf der noch bis Donnerstag laufenden New York Fashion Week gezeigt wurden. Ebenso groß ist auch seine Themenvielfalt: Zu Beginn spielt der Meister mit klassischen Anzügen, Kostümen und Mänteln aus grauem Flanell oder Nadelstreifen. Es folgt eine Serie in Schwarz/Weiß. Elegant als Kombination von dunkler Anzughose mit Bikerjacke aus weißem Shearling, aggressiv-sexy als schwarzes Lederkleid mit netzartigen Cutouts mit Bikerjacke oder bohemian als fransige Strickjacke zum Volant-Minirock. Besonders schön: Kleider und Kostüme aus schwarz/weißem Hahnentritt mit flächendeckendem Besatz aus roter Spitze und eine Kleider-Serie im Materialmix aus unterschiedlichen, handbestickten Brokatstoffen. Zum Abschluss die für das Label typischen dramatischen Abendroben, diese Saison meist mit Bustier und weit ausladendem, bodenlagem Glockenrock.



NARCISO RODRIGUEZ. Narciso Rodriguez bleibt zum kommenden Winter bei der für das Label typischen minimalistischen Schnittführung. Allerdings sind seine Styles diesmal deutlich legerer geschnitten und umspielen den Körper mit sichtbar mehr Volumen als in den letzten Sasions. Unterstrichen werden die sehr geradlinigen Cuts durch vertikale oder horizontale Einsätze – teils Ton-in-Ton wie bei einem orangefarbenen Shiftkleid und einem schwarzen Mantel, teils als kontrastfarbige Streifen. Kleider, Jacken und Mäntel bleiben zum nächsten Winter kragenlos, entweder als Rundhals- oder mit V-Ausschnitt. Einige Modelle sind innen in kontrastfarbig abgesetzt, was nur beim offenen Tragen sichtbar wird.



PROENZA SCHOULER. Die Designer der Marke, Jack McCollough und Lazaro Hernandez, propagieren zum nächsten Winter ovale Silhouetten mit steil abfallenden Schultern, gerundeten Ärmeln und schmaler Taille. In der 35-teiligen Kollektion dominieren Mäntel, Jacken und Kleider aus schwarz/weißen Tweeds, kobaltblauen Wollstoffen und wellenförmigen Prints, die an Urgestein und Holzmaserungen erinnern. Außerdem auch wieder eine Gruppe in interessantem Colorblocking und Mix von steifen und soften Materialien wie Leder, Flanell und weichem Angorastrick.



MICHAEL KORS. Michael und Michael. Der eine (Douglas) sitzt entspannt in der ersten Reihe, der andere (Kors) zuppelt noch an der Fuchs-Stola von Model Carolyn, die gleich die Show eröffnen wird. „So sollte jede Frau reisen", sagt der Designer. Lässige Kaschmirhose, ein weiches Mohair-V-Neck, dazu der Pelz-Schal. Oder gleich ein Sweat aus Pelz. Luxuriöse Reise-Outfits waren die Leitidee für die neue Kollektion. „Big Sur, big City. A blend of polish with laid-back Northern Californian ease.“ Michael Kors zeigt einmal mehr, dass er für entspannte Luxus-Sportswear steht. Das transportiert der Designer meist über die Materialien: verwischte Glenchecks, Tweeds, Teddy und Python. Samtweicher Kaschmir, Mohair, fließendes Charmeuse und transparenter Chiffon. Alles aufgewertet mit viel Handarbeit-Details: Federn, Fransen, Perlen, Pailletten und Stickereien kommen tonal in Chocolate, Taupe, Camel, Haselnussbraun und Offwhite, um sich harmonisch ins Bild einzufügen. Dadurch wirkt die Kollektion deutlich weniger romantisch und verspielt als noch zuletzt. Ein gutes Stück moderner. Modern auch der Fokus auf Röcke, die zu Großraum-Strick gestellt werden. Wo kein Rock, da zumindest Hosenrock, um die Silhouette zu wahren. The Big Easy.