Eigentlich muss man nichts über die Show schreiben, denn alle haben sie gesehen. Und das bevor die versammelte internationalen Presse einen Blick darauf werfen konnte. Burberry hat sein Defilee live übertragen. Zuschauer aus aller Welt konnten den Stream über Burberry.com, Twitter, die Burberry Facebook-Seite, in rund 40 Burberry Retail Theatres und auf über 300 Partner-Sites verfolgen, konnten die Outfits Sekunden vor den Gästen im Londoner Kensigton Garden sehen. Und als ob Christopher Bailey einen Kontrapunkt zum digitalen Hype um die Marke setzen wollte, ist seine Kollektion zum Sommer 2012 eine Hommage an die alte Handwerkskunst in Indonesien und Afrika. Perlenbesetzte Tops, Bleistiftröcke mit Blockstreifen, plissierte Georgette-Kleider mit Epauletten und Bastelementen wurden in Gewürzfarben wie Curry, Kurkuma und Beerentöne getaucht. Es wurde gehäkelt, geflochten, gewickelt, bestickt, geschnitzt, gebatikt. All das, was Zeit in Anspruch nimmt. Viel Zeit. Auch der zeitlose Trench ist mit großen Holzperlen und -Steinen verziert, die rund um den Kragen ein schulterbedeckendes Tribal formen. Darunter blitzen fast wadenlange Leinen-Röcke hervor. Die Kleider sind aufwendig gewickelt und gesteckt, aber der wahre Star der Show ist der Parka. Von Bailly ins Rampenlicht gerückt, das sonst für den Trench reserviert war. Mit Verbrämung, geflochtenen Lederärmeln und Raffiabast empfiehlt er sich als neues It-Item.