Mit großer Spannung wurde die Präsentation von McQ erwartet. Die Zweitlinie von Alexander McQueen wurde bei der London Fashion Week erstmals mit einer eigenen Catwalk-Show gezeigt. Zu den Top-Schauen zählten außerdem: Burberry Prorsum, Erdem, Giles Deacon, Christopher Kane, Peter Pilotto und Pringle of Scotland.

McQ. Es rauscht im Modewald. Und zwar gewaltig. Vor einer herbstlichen Kulisse präsentieren die Models die Entwürfe von Sarah Burton, Chefdesignerin von Alexander McQueen. Die preiswertere Zweitlinie McQ wurde erstmals auf der London Fashion Week mit einer eigenen Show gezeigt. Burton beweist mit ihrer Kollektion eindrucksvoll wie sich die verschiedenen Modegenres miteinander verschmelzen lassen. Schwere Ledertrenchcoats, aufwendig bestickte Tüllröcke, grob gestrickte Wollkleider, A-förmige Mäntel, Spitze vereint mit Schottenmusterkleidern. Hier finden Military-Anklänge, 50ies-Elemente, Gothic- und Punk Rock-Style zueinander. Die dominierende Silhouette: eng an der Taille, ausgestellt an der Hüfte. Das Ende der Show läutet Model Kristen McMenamy eingehüllt in einen weißen Tülltraum, über und über bestickt mit Blättern ein.

Burberry Prorsum.
Wer im nächsten Herbst Burberry tragen will, sollte sich schon mal auf kleine damenhafte Minischritte einstellen: Christopher Bailey hat sich den hochgezogenen, langen Pencil Skirt als sein Lieblingsteil für die neue Kollektion ausgesucht und darum eine ganze Geschichte gebaut. Zu sehen sind 50er Jahre Elemente, aber auch Military-Akzente, eine Prise Brit Chic und das Spiel mit den unterschiedlichsten Winterqualitäten von Cord, Samt bis hin zu Wolle. Die elegant-strenge Linie der Pencil Skirt-Damen wird dabei immer gebrochen: durch ein Schleifchengürtel, volumige aufgesetzte Taschen – oder durch coole lässige Oberteile.

Erdem. Wieder einmal kann der türkisch-kanadische Designer Erdem Moralioglu seine Lust am Spiel mit Mustern nicht zügeln. Und das ist auch gut so. Der junge Designer, der in den letzten Jahren mit einigen Nachwuchsdesignerpreisen ausgezeichnet wurde, hat für nächsten Winter sein Augenmerk auf einen reichen, handwerklich aufwendigen Materialmix im Zusammenspiel mit strahlenden Farben gelegt. Daraus entstanden ist eine anziehende First Lady-Kollektion. Eine Reihe an Kleidern und Mänteln erinnern an die wilden Farbklecksereien des expressionistischen Künstlers Jackson Pollock. Spitze ist das neue und augenscheinlichste Schmuckelement in seiner Kollektion. Spielerisch wendet er sie pur auf Haut, als neongelbes Kontrastmittel über Stoff gezogen oder als feinen Detailausputz an.

Giles. Märchenhaft, verwunschen und düster – so stellt sich Giles Deacon die Mode für nächsten Winter vor. Das Ausnahmetalent der britischen Szene hat sich mit Mystik und der dunklen Seite der Natur beschäftigt und kleidet seine Frauen in figurbetonte Kostüme und strenge Gehröcke. Fast wirken Deacons Frauen wie außerirdische Wesen. Sie tragen Masken aus Federn und Blättern, die das ganze Gesicht verdecken. Dieser mythischen Erscheinung wird ein Schuss Dekadenz und Strenge beigemischt. Samt, Seide, Pailletten und Brokatstoffe kommen zum Einsatz.

Christopher Kane. Widmet sich Christopher Kane einem Thema, so zieht er es konsequent durch. In seiner neuen Kollektion scheint sich der Schotte in einem Heimwerkerladen umgeschaut zu haben. Strukturen auf Strickpullovern wirken wie Elektrodrähte. Dicke, lederne Schläuche dienen als Passepartout vielen Outfits und geben ihnen einen futuristischen Anstrich. Und Leder wird auch als Patch eingesetzt, um effektvolle, geometrische Bandagen-Effekte herzustellen, die wie gelegt und geklebt wirken. Die Silhouetten sind oft steif, immer schlank und wirken irgendwie abwaschbar.

Peter Pilotto. Eine sehr stringente, vielleicht sogar etwas zu konsequente Fortführung ihrer Ideen zum Frühjahr präsentieren Christopher de Vos und Peter Pilotto, die Macher von Peter Pilotto, mit ihrer Herbstkollektion. Drucke als auch Schnittführung erinnern doch deutlich an die vergangene Saison. Dennoch wirkt die Handschrift klar und kraftvoll - vor allem über die ausdrucksstarken Farben und Drucke. Kräftiges Gelb, Grün und Blau leuchten fast neonhell. Am innovativsten wirken die Outfits mit Jacken, bei denen mit verschiedenen Materialien und Metallic-Effekten gearbeitet wird. Das wirkt reicher und tiefer als der Rest der Kollektion.

Pringle of Scotland. Straight, klar, mit ein wenig Rock- oder ganz subtil auch mit Punk-Attitüde präsentiert sich Pringle of Scotland. Für das dezent rockige Element sorgen Bomberblouson, Colorblocks in Rot/Schwarz und Schnallen-Details an Pumps und Booties. Ansonsten ist der Look abgeräumt und alltagstauglich mit Ensembles vom Rolli zu schmalen Wollhosen, schlichten Mänteln über Bleistiftröcke zur Bluse unter dem V-Neck-Pulli. Strick ist wie für Pringle typisch ohnehin zentral - ob schlicht in Rippen, mit Lochstrukturen oder Minimalmustern. Vielfältig und handwerklich anspruchsvoll.