London Fashion Week, fünf Tage, rund 70 Defilees. Und die Londoner Modewoche wächst noch immer: Neben Sass & Bide zeigt auch Gareth Pugh wieder in der britischen Metropole. Pugh, der Inszenierungsmeister, feierte zudem das 10-jähriges Jubiläum seines Labels. Mit einer hyperdramatischen Show im Victoria & Albert Museum. Exzentrisch, ja, das ist London nach wie vor. Aber nicht nur. Auch hier kommen sie auf die Laufstege, die Trends, die später bis in die kommerziellsten Kanäle fließen.

Angefangen bei den 70er Jahren, die omnipräsent sind. Über die Silhouette, die Farben, die Materialien. Fokus Boho bei Burberry Prorsum, Poncho, Patch und Paisley inklusive. Wohl dosiert bei Preen: hypnotische Drucke, Patchwork-Pelz, Häkelspitze ziehen sich durch die Kollektion, ohne sie zu dominieren. Highlight: mit Lammfell gefütterte Weste und Blouson – im Lagen-Look. Shearling, nicht nur von Preen propagiert. Angefangen bei Felder Felder über Roksanda bis Burberry Prorsum, mal kurzgeschoren, mal zottelig, fast immer: in Farbe. Genauso wie Pelz, ob als Manschette, Weste oder Mantel, Modernität kommt über Knall- bis hin zu aciden Farben (Roksanda).

Eine weitere Tendenz: Workwear, subtil, zeitgemäß. Vermengt mit Formalwear, wie Paul Smith es zeigt. Derweil bewegt sich Mary Katrantzou weg von der Dominanz ihrer Prints und zeigt ein Potpourri an Texturen, Jacquards, Damast, Brokat, skulptural geformte Wolle, Pelze. Sie experimentiert gar mit Schaumstoff und PVC für transparente Rüschen und Quadrate. Viktorianische Opulenz und High Tech. Ein gesteuerter Clash, der funktioniert.

Wie bereits in New York vergangene Woche werden lässige Silhouetten auf die Spitze getrieben, Volumen zu Volumen, Hülle über Hülle. Die Hosen mit mehr Tragweite und oft in 7/8-Länge mit ausgestelltem Bein. Oder: überlang mit korrekter Bügelfalte.